Geschichte des Fertighauses im Rückblick

Die Geschichte des Fertighausbaus ist älter, als viele vielleicht denken. Schon vor mehreren Jahrhunderten wussten die Menschen die Vorteile der Vorfertigung und damit schnellen Bauweise zu schätzen. Ein historischer Rückblick.

Heute anerkannt und geschätzt in der Baubranche, reichen die Wurzeln des Fertigbaus weit zurück. Die Vorteile einer unkomplizierten und vor allem schnellen Bauweise haben die Menschen schon vor Jahrhunderten überzeugt – keine Überraschung also, dass die Geburt des Fertighauses hunderte von Jahren zurück liegt.

Da Vincis mobiles Haus

Bereits im Jahr 1494 entwarf Leonardo da Vinci Baupläne für ein transportables Gartenhaus für die Herzogin Isabella Sforza. Außerdem entwickelte er Pläne für französische Städte, welche die klassischen Merkmale – modularer Aufbau, variierbare Typen – eines modernen Fertighauses aufwiesen. Im 17. Jahrhundert errichteten englische Seefahrer erstmals Häuser aus vorgefertigten Holzbauteilen. Diese Tradition wurde im 18. Jahrhundert in Amerika fortgesetzt. Dort haben Siedler die Vorfertigung vonBauteilen forciert, um so die schnelle Besiedelung des Kontinents voranzutreiben.

Herstellung in Serie

Im Zuge der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts wurde schließlich mit der Serienproduktion von Fertighäusern begonnen. Damals war der Rohstoff Holz in unerschöpflicher Menge verfügbar und die Bauweise denkbar einfach. Holzgerüste wurden aufgestellt und mit einfachen Brettern beplankt. Die Serienproduktion wurde durch den um 1900 einsetzenden Goldrausch weiter angekurbelt und Fertigungsabläufe verbessert. Ein neuer Industriezweig war geboren.

Prominente Fertighaus-Bewohner

1925 entwickelte der Künstler Konrad Wachsmann in Deutschland ein Fertigbausystem und verkaufte es unter anderem an seinen wohl berühmtesten Kunden Albert Einstein. 1927 präsentierte zudem der Architekt Walter Gropius, bekannt als Begründer des Bauhausstils, auf der Weltbundausstellung in Stuttgart seine ersten Montagehäuser.

Hartl als Österreich-Pionier

In Österreich war es Firmengründer Wenzl Hartl, der sich als einer der ersten mit dem Fertigteilbau beschäftigte. Auf einer Jagdausstellung im Jahr 1910 präsentierte er Kaiser Franz Josef I ein vorgefertigtes Einfamilienhaus (Bild). Er wurde dafür mit dem Staatspreis ausgezeichnet und bekam den kaiserlichen Titel Hoflieferant verliehen. Noch heute können Sie das „Jagdhaus“ am Firmensitz der Firma Hartl in Echsenbach, NÖ bewundern.

Die beiden Weltkriege sowie die Weltwirtschaftskrise 1929 brachten die Fertighausbranche kurzzeitig zum Erliegen. Für neuen Aufschwung sorgte der rasch benötigte, günstige Wohnraum in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg. Fertighäuser  eroberten Europa. Zu dieser Zeit entwickelte sich auch die Kleintafelbauweise, die bis in die 70er hielt.

Hoher Anspruch bis heute

Die 1970er waren gekennzeichnet von einem neuen Qualitätsbewusstsein und einer deutlichen Imageverbesserung für die Branche. Die „massenhafte Billigbauweise“ sollte dem individuellen Kundenwunsch, sowie einer soliden und anspruchsvollen Architektur Platz machen, eine Annäherung an den Individualbau geschafft werden.

Die 80er Jahre waren vor allem in Österreich eine Art zweiter Frühling für die Fertighausbranche. Die Kleintafelbauweise wurde von großflächigen Holzverbundkonstruktionen verdrängt und immer mehr Unternehmen spezialisierten sich auf den Fertighausbau. Die ersten Musterhausparks entstanden - die Auswahl an Hausmodellen und Architekturkonzepten stieg immens an. Individualität trotz Vorfertigung, beste Qualität und hohe technische Standards neben einem günstigen Kosten–Nutzenverhältnis macht das Fertighaus zu einem Produkt, das den Wünschen seiner Bewohner bis heute in jeder Hinsicht gerecht wird.


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Datum: 24.07.2013

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