Blitzschutzanlagen: Was dazu gehört

Über Blitzschutzanlagen werden Blitze in die Erde abgeleitet, was nicht nur das Haus und sein Interieur, sondern vor allem die BewohnerInnen schützt. In Österreich sind Blitzableiter in Neubauten gesetzlich vorgeschrieben.

Demmig Elektro © Demmig Elektro

Der äußere Blitzschutz schützt vor direktem Blitzeinschlag. Der Blitz wird gefahrlos in die Erde abgeleitet.

Blitzeinschläge und die damit verbundenen Schäden werden immer häufiger. Eine der wichtigsten Maßnahmen, sein Eigenheim zu schützen, ist derzeit der Blitzschutz. Nicht nur das Gebäude muss vor Blitzeinschlag und dem daraus resultierenden Feuerrisiko bewahrt werden, sämtliche elektronischen Geräte müssen vor der gefährlichen Überspannung geschützt werden. Sinnvoll ist hier – wie fast überall – nicht mit Einzelkomponenten zu arbeiten, sondern zu einem Komplettsystem zu greifen. Ein Blitzschutz-System LPS (Lightning Protection System) für bauliche Anlagen besteht aus mehrern Komponenten:Hier die einzelnen Bestandteile, die zu einer kompletten Blitzschutzanlage gehören:

 

Äußerer Blitzschutz

Dazu gehören Auffangeinrichtungen und Ableitungen, die den Blitzstrom zur Erdungsanlage weiterleiten. Fangeinrichtungen sind wie ein grobmaschiger Faradayscher Käfig aus metallischen Leitungen anzuordnen. Dabei darf kein Punkt der Dachfläche weiter als fünf Meter von einem geerdeten Bauteil entfernt sein und es sind auch Regenrinnen, Schneefanggitter etc. in die Fangleitung mit einzubeziehen. Die Ableitungen verbinden die Fangeinrichtungen des Daches mit der Erdungsanlage. Die erforderliche Anzahl der Ableitungen richtet sich nach der Größe Ihres Hauses.

Innerer Blitzschutz

Dazu gehören:

  • der Blitzschutz-Potentialausgleich zur leitenden Verbindung der metallenen Komponenten im Gebäude mit der Erdungsanlage sowie zum direkten oder indirekten (mittels Überspannungs-Schutzgeräten) Anschluss aller in das Gebäude eintretenden Versorgungsleitungen an die Erdungsanlage,
  • die Einhaltungen von Trennungsabständen zwischen den zu schützenden metallenen Komponenten im Gebäude und der Fang- und Ableitungseinrichtung zur Vermeidung von Funkenüberschlägen infolge magnetisch induzierter Spannungen.

Durch die Maßnahmen des Äußeren und des Inneren Blitzschutzes wird ein geschütztes Volumen innerhalb des Gebäudes gegen mechanische Schäden, Feuer und Lebensgefahr geschaffen, in dem keine gefährlichen Spannungen über die Versorgungsleitungen von außen eindringen können.

In der ÖVE/ÖNORM EN 62305-3 werden für Blitzschutz-Systeme Schutzklassen von I bis IV definiert: Sie stellen einen Satz von Konstruktionsregeln dar, wobei z.B. Maschenweiten, Schutzwinkel und Blitzkugelradien für Fangeinrichtungen, Abstände von Ableitungen und Ringleitern oder Mindestlängen von Erdungsleitern entsprechend den Gefährdungspegeln festgelegt sind. Die Wirksamkeit nimmt von Schutzklasse 1 zu Schutzklasse IV ab.

Erdungsanlagen

Sie dient dem Übergang des Blitzstromes in das Erdreich. Dabei werden folgende Varianten unterschieden:

  • Der Oberflächenerder ist ein geschlossener Ringerder, der in geringer Tiefe verlegt wird.
  • Der Fundamenterder liegt im Betonfundament eines Gebäudes und kann auch als "Blitzschutzerder" genutzt werden. Er ist bei einem Neubau in jedem Fall nicht nur die sinnvollste, sondern auch die günstigste Lösung.
  • Der Tiefenerder ist ein Einzelerder, der senkrecht in größere Tiefen eingebracht wird.

Überspannungsschutz

Er schließlich hat die Aufgabe an spannungsführenden Leitungen auftretende Blitzteilströme abzuleiten. Die Erdungsanlage wird durch eine Potentialausgleichsschiene mit den metallischen Gebäudeinstallationen verbunden. Dadurch werden bei einem Blitzschlag Spannungsunterschiede mit möglichen Überschlägen verhindert. Die Anpassung der Überspannungsableiter muss dabei genau auf die jeweils auftretenden Spannungen, Ströme und Frequenzen erfolgen.

 

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Datum: 31.08.2017

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