Architektur-Award-Doppel für das Bürohaus „Telegraf 7“

Neuinszenierung eines denkmalgeschützten Gebäudes in der Wiener City: Der Umbau der ehemaligen Wiener Telefonzentrale zum Bürohaus „Telegraf 7“, ein Projekt von JP Immobilien unter der Federführung von BEHF Architects, wurde mit zwei Architektur-Awards geadelt. In der Kategorie „Innenausbau“ wurde der „best architects 18“ Award verliehen. Den „Iconic Award 2017“ gab es in der Kategorie „Architektur“.

„Ziel war es, die beiden historischen Telegrafensäle zu verbinden und Büroräume mit modernster Infrastruktur inmitten des historischen Bestands zu schaffen. Die beiden Auszeichnungen beweisen, dass uns gemeinsam mit BEHF genau das gelungen ist“, sagt Daniel Jelitzka, Gründungspartner und Geschäftsführer der JP Immobilien Gruppe, die in ihrer ersten Gewerbeimmobilienentwicklung auch gleich ihre Firmenzelte aufgeschlagen hat.

Auffällig ist den Preisträgern zufolge die aufwendige Raum-in-Raum-Konstruktion in Form von zwei minimalistischen Boxen, die sich vom historischen, originalgetreu restaurierten Bestand, geplant im 19. Jahrhundert von Architekt Eugen Fassbender, bewusst abheben und moderne Büro- und Konferenzräume bereitstellen.

Kontrast als atmosphärischer Verstärker

 „Der Raum an sich mit seiner imposanten Höhe, den Deckenmalereien und Pilastern ist schon das große Erlebnis, dem gegenüber stehen die beiden entrückten, nahezu sphärisch wirkenden Büroboxen. Dieser Kontrast macht die hier spezielle Wirkung und Atmosphäre aus“, beschreibt Armin Ebner von BEHF Architects das nun ausgezeichnete Konzept. Die Koexistenz von Vergangenem und Heutigem findet sich auch im Entree. Dort würden laut Projektplaner minimalistische Elemente und historische Versatzstücke aufeinandertreffen. Die ursprünglichen Treppenstufen aus Werkbeton wurden freigelegt und überarbeitet, die Etagenflure mit einem hellen Fußboden aus Terrazzo ausgestattet.  

Awards für einen Big Player

BEHF Architects, 1995 in Wien gegründet, zählt mit seinen rund 120 Mitarbeitern zählt zu den größten Architekturbüros des Landes. Engagiert ist man vor allem in den Bereichen Corporate Architecture, Hospitality und Retail. Der „best architect“- und der „Iconic“ Award sind nur die jüngsten Auszeichnungen. Für  Sanierungen und Revitalisierungen von denkmalgeschütztem Altbestand konnte das Büro unter anderem auch den German Design Award, den Architizer Award und den American Architecture Prize für sich sichern.

Zuletzt hat das Team von BEHF Architects einige Projekte in Wien fertiggestellt: darunter das Kaufhauses Stafa (Mariahilfer Straße), die Modernisierung des Hotels LE Meridien am Ring sowie der Umbau des Stores von Wein & Co am Stephansplatz. Aktuell ist man unter anderem beim Icon Vienna-Projekt mitengagiert.


AutorIn:

Datum: 09.08.2017

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Wettbewerbe

Die Jury des Immobilienawards hat gesprochen, die Nominierungen in den einzelnen Kategorien zum Cäsar 2017 stehen fest. Am 14. September werden die Besten ihres Faches im Schlosstheater Schönbrunn vor den Vorhang geholt.

Seit 1967 sucht die Zentralvereinigung der Architektinnen und Architekten Österreichs Persönlichkeiten oder Personenkreise, die sich als Bauherren, Auftraggeber und Mentoren für die Baukultur in besonderer Weise verdient gemacht haben. Die Ausschreibung für die diesjährige Ausgabe des Bauherrenpreises läuft noch bis zum 22. Mai 2017.

Die Initiative Digital Building Solutions (DBS) lädt Start-ups aus dem DACH- und CEE-Raum ein, digitale und disruptive Soft- und/oder Hardwarelösungen sowie Services für die Planung, Errichtung, Betrieb und die Finanzierung von Bauwerken einzureichen. Gefragt seien komplett neue Ideen, aber auch transformierbare Lösungen aus anderen Industrien, meldet der Verein IG Lebenszyklus Bau, der gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft unter dem Motto „Digitize today’s building industry“ Kampagne und Award sowohl entwickelt als auch ausgeschrieben hat.

Der Preis für nachhaltige Alpenarchitektur ist in seiner vierten Runde. Insgesamt haben es 30 Projekte auf die Shortlist geschafft, darunter auch eine bunte Auswahl aus Österreich. Die Sieger werden im Oktober in Bern prämiert. Das Preisgeld ist mit 50.000 Euro dotiert.

Premiere: Zum zehnjährigen Firmenjubiläum launcht die zur w&p Baustoffgruppe zählende Kema erstmals den „Kemastar Award“. Ziel sei es, die fachgerechte und hochwertige Verarbeitung von Kema-Produkten zu fördern, wie es dazu aus dem Unternehmen heißt. Bewerben können sich sowohl Planer als auch ausführenden Betriebe – bis einschließlich 31. März 2017.

Mit Kupfer auf die Goldspur: Alle zwei Jahre zeichnet ein Expertengremium aus Architekten und Designer architektonische Schmankerl aus, die durch Kupfer oder seine Legierungen erst so richtig an Farbe und Identität gewinnen. Ab sofort können sich interessierte Architekten um den „European Copper in Architecture Award 2017“ bewerben.

Gesucht – gefunden – und gefeiert: Die Interessenplattform für den Holz- und Leichtbau hat im heurigen Jahr Lösungen für bedarfsgerechtes Wohnen in Pflege- und Gesundheitseinrichtungen prämiert. Von einer Expertenjury bewertet, wurden die besten Projekte am 10. November in der Eventlocation ThirtyFive in den Vienna Twin Towers ausgezeichnet. Im Branchenscheinwerfer: drei Hauptpreisträger und ein Anerkennungspreis.

Am 10. November wurde das Team von pool Architektur im Wiener Justizpalast aufs Siegerpodest gehoben. Den mit 10.000 Euro dotierten Aluminium-Architektur-Preis 2016 der Gemeinschaftsmarke Alu-Fenster konnte pool Architektur mit dem Projekt „Wohn- und Bürohaus Hernalser“ heimholen.