Krise bringt Geschäft

Kommt die Finanzkrise langsam aber sicher am heimischen Immobilienmarkt an? Stefan Brezovich, Vorstand der Österreichische Realitäten-AG (ÖRAG), kann zumindest für das laufende Jahr Entwarnung geben: „Wenn überhaupt spüren wir nur minimale Auswirkungen.“

Kommt die Finanzkrise langsam aber sicher am heimischen Immobilienmarkt an? Stefan Brezovich, Vorstand der Österreichische Realitäten-AG (ÖRAG), kann zumindest für das laufende Jahr Entwarnung geben: „Wenn überhaupt spüren wir nur minimale Auswirkungen.“ Bei der Vermittlung gebe es im Wohnungsgeschäft eine leichte Verschiebung – das mittlere und untere Preissegment werde etwas stärker nachgefragt: „Die Leute schauen mehr aufs Geld, aber von der Anfragestärke her ist wirklich viel los.“ Im Hochpreissegment gehe es zwar ruhiger zu, aber Probleme sollte auch dieses Segment nicht bereiten, meint Brezovich: „Im Fall des Falles werden die Vermieter sicherlich reagieren und mit der Miete kurzfristig heruntergehen.“

„Erhöhte Preissensibilität“
Ähnlich im Bürobereich: Brezo-vich stellt eine „erhöhte Preissensibilität“ fest, Häuser in Zweit- oder Drittvermietung mit guter öffentlicher Anbindung würden davon profitieren. „Wir haben hier eine wesentlich stärkere Nachfrage, weil wir schon Büros um sechs Euro pro m anbieten.“ Also auch hier eine Verschiebung, „aber überhaupt keine Endzeitstimmung“. Spürbar werde die Finanzmarktkrise allerdings bei Großvermietungen: die Entscheidungen würden mitunter ins nächste Jahr ?verschoben.

Know-how stärker gefragt
Die Vermittlung ist beim Umsatz das zweitwichtigste Standbein der ÖRAG. An die 30% werden hier erwirtschaftet. Etwa 40% kommen 2008 aus der Immobilienverwaltung (3 Mio. m). Und hier könne man von der Krisenstimmung sogar profitieren: Bei der schwierigen Verfassung der Finanzmärkte stehe jetzt im Vordergrund, „was die Immos wirklich selbst erwirtschaften können und das ist genau unser Fachgebiet“. Da gehe es dann darum, durch entsprechende Adaptierung die bestmöglichen Mieterträge zu erzielen oder auch mit Mietern über eine ,Ausmietung‘ mit Abschlagszahlung zu verhandeln, um das Objekt besser neu vermieten zu können. Dieses Geschäft „läuft wirklich sehr stabil“, fraglich sei natürlich, was 2009 bringen wird. Insgesamt hofft Brezovich, dass man an die 16,6 Mio. € des Vorjahres „anknüpfen wird können“, ein geringer Rückgang sei möglich. 20% bringt die Bauabteilung, 10% der jüngste Bereich, das Facility-Management.

In allen Ländern vertreten
Die ÖRAG hat ihren Schwerpunkt im Raum Wien bis hin zu Korneuburg und Baden; auch in Salzburg und Linz ist man mit Tochtergesellschaften stark vertreten. In allen anderen Landeshauptstädten arbeitet man mit lokalen Partnern zusammen. „Wir verwalten Immobilien in jedem Bundesland“, so Brezovich. Der Schwerpunkt liegt dabei mit etwas über 50% bei gewerblichen Immobilien und, weil man auf institutionelle Anleger spezialisiert ist, zu einem großem Anteil bei hochwertigen Immobilien.
(Quelle: Medianet)


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Datum: 12.08.2009

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