CB 21: Neuer Blickfang der Wiener Skyline

So hätte der Turm nach dem Architekturbüro Coop Himmelb(l)au aussehen sollen: Bei der Präsentation 2012 des neuen Hochhauses im neuen Stadteil TownTown in Erdberg überschlug man sich noch fast vor Euphorie und Begeisterung.

Der neue Wiener Stadtteil TownTown im dritten Gemeindebezirk wächst und wächst. Im März 2012 wurden die ersten Pläne für das letzte Gebäude präsentiert, das in TownTown gebaut wird. Inzwischen wurde das Architekturbüro gewechselt, die Pläne galten als nicht umsetzbar. Aus dem Arbeitstitel CB 21 oder Company Building 21 wurde nun der ORBI Tower.

Hier die "alten Pläne" für den Turm im Stadtteil TownTown:

2012 war die Namensfindung aber noch nicht ganz abgeschlossen: Das Hochhaus, das vom damaligen Sieger des städtebaulichen Wettbewerbs, dem Architekturbüro Coop Himmelb(l)au entworfen wurde, könnte auch Schnirch-Tower, Prix-Tower oder Zabrano-Tower heißen. Das kündigt Michael Kraus, Vorstandsprecher der Immobiliendevelopment der Wiener Stadtwerke BMG & STC Swiss Town Consult AG (IWS), bei der Präsentation gut gelaunt und mit einem Augenzwinkern an.

Nachhaltigkeitskonzept

"Das vielleicht schönste Hochhaus Wiens", freute sich Kraus noch 2012, "soll wichtig und dominant erscheinen und der neue Blickfang der Wiener Skyline werden." Zudem verschreibt sich der neue Tower der Energieeffizienz und trägt so nachhaltig zum Umweltschutz bei. Für das CB 21 - wird wie auch bei den anderen TownTown-Gebäuden eine Zertifizierung nach DGNB bzw. ÖGNI angestrebt. Neben den Kriterien der Zertifizierung wird folgendes Nachhaltigkeitskonzept umgesetzt: Energetische Optimierung der Gebäudegeometrie und der Gebäudefassade, Wärmerückgewinnung, Tageslicht-Optimierung zur Reduktion des Strombedarfs für Beleuchtung, Regenwassernutzung sowie ein Kommunikationskonzept zur Veränderung des Nutzerverhaltens.

Zentrale Kälteversorgung

Die zentrale Kälteversorgung ist besonders umweltfreundlich und verursacht weniger CO2-Emmissionen. Als Primärenergie kommt die Abwärme von Kraftwerken ebenso zum Einsatz wie etwa Biomasse oder Abfallverbrennung. Für TownTown ist eine zentrale Kälteerzeugung ausgeführt, die auch für das CB 21 genutzt wird. Dies alles trägt zur Einsparung des Primärenergieverbrauchs um bis zu 65 Prozent gegenüber herkömmlicher Bauweise bei.

Rettung für Bezirk

Ein neues Wiener Wahrzeichen – auch zur Bezirksbelebung - wünscht sich Rudolf Zabrana, der Bezirksvorsteher von Erdberg: "Unser Bezirk schwächelt seit dem Bau der Tangente in den Jahren 1972 bis 1975. Als 1993 die U-Bahn nach Erdberg kam, dachten wir an eine rasende Entwicklung, dem war aber nicht so". Zabrana fertigte schon 1994 erste Skizzen an und zeigte sie dem damaligen Vizebürgermeister Hans Mayr. Mayr setzte sich damals für den Busbahnhof Wien Mitte ein und versprach Zabrana im Gegenzug das neue Stadtviertel. 2004 erfolgte der Spatenstich.

Weiche, dynamische Form

Das CB 21 wurde als weiche, dynamische Form entwickelt, die sich in runden Konturen bis 132,70 Meter über Wiener Null (120,90 m über Niveau Piazza) erhebt. Architekt Wolf D. Prix: "Die städtebauliche Lage ist außergewöhnlich. Der CB 21 könnte ein prägendes Imagebild für Wien werden." Bewusst bricht das plastische Gebäude die Orthogonalität der gesamten Anlage und öffnet auf Grund seiner gedrehten Lage am Ende der etwa 300 m langen Piazza den Raum für eine Erweiterung der öffentlichen Fläche mittels einer terrassenförmig angelegten Landschaft und Treppengestaltung zu der tieferliegenden Schnirchgasse mit den angrenzenden Liegenschaften.
Auch Prix hat dann noch etwas zur Namensfindung beizutragen: "Schnirchboulevard"

TownTown:

Die Business-Location TownTown verfügt über insgesamt 19 Bürogebäude. Die ersten Mieter haben 2007 auf rund 33.500 m² ihre neuen Räume bezogen. 2008 wurden in der zweiten Bauphase weitere 15.000 m² Bürofläche den Nutzern übergeben. Die dritte Bauphase stellt nochmals 52.000 m² bereit und wurde Ende 2011 fertiggestellt. Im Jahr 2013 wird das vorerst letzte Bauwerk in TownTown in Angriff genommen, das Hochhaus "Company Building 21" mit rund 40.000 m² Bruttogeschoßfläche. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 400 Millionen Euro.

Die Mieter:

APK-Pensionskasse AG, DenizBank AG, SORAVIA Group, Generali Versicherung AG, Krankenanstaltenverbund, etliche Magistratsabteilungen, Wiener Stadtwerke, u.v.m.

TownTown ist ein Public Private Partnership Projekt und eine Kooperation zwischen den Wiener Stadtwerken (44 Prozent), dem internationalen Projektentwickler Swiss Town Consult AG (30 Prozent) und dem Developer-Spezialisten Donau-Finanz (26 Prozent).

IWS/APA-Fotoservice/Pauty © IWS/APA-Fotoservice/Pauty

Bezirksvorsteher Rudolf Zabrana, Architekt Wolf D. Prix, Urs Waibel (Swiss Town Consult) und IWS-Vorstandsprecher Michael Kraus (v. li.n. re. ) präsentieren

IWS/APA-Fotoservice/Pauty © IWS/APA-Fotoservice/Pauty

Coop Himmelb(l)au © Coop Himmelb(l)au

Coop Himmelb(l)au © Coop Himmelb(l)au


AutorIn:

Datum: 06.04.2012

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Immobilienprojekte

Soravia und Wertinvest bauen das historische Hauptpostgebäude im Stubenviertel um. Bis 2020/2021 entstehen 80 Eigentumswohnungen und ein 5-Sterne-Hotel. Für die Architektur zeichnet ein Büro-Trio verantwortlich. In Summe werden rund 200 Millionen Euro investiert.

Es ist fix: Im Frühjahr 2019 beginnen die Bauarbeiten für den DC Tower 2 auf der Wiener Donauplatte. Die Commerz Real will dafür 170 Millionen Euro locker machen. Der 175 Meter hohe Turm mit seinem 52.000 Quadratmetern Mietfläche soll 2023 bezugsfertig sein.

Weniger Luxus, mehr leistbarer Wohnraum: Dem Bedarf nach kostengünstigeren Miet- und Eigentumswohnungen will jetzt auch die 6B47 Wohnbauträger GmbH mit neuem Angebot nachkommen. Mit dem Projekt „Teichgasse“ in Wien-Favoriten ist man seit dieser Woche in der Bauphase.

Im Jahr 2004 waren zuletzt Mieter in einen neuen Gemeindebau eingezogen. Nach langer Durstrecke sollen nun 2019 wieder Wohnungen im Auftrag der Stadt Wien fertig werden. Heute erfolgte der Spatenstich in Favoriten.

Die Öko Wohnbau GmbH und wert.bau Errichtungs GmbH gehen mit ihrer nachhaltigen Version des all-in99-Konzeptes für leistbares Wohnen in die Oststeiermark. In Hartberg werden bis zum Sommer 2018 insgesamt 24 Eigentumswohnungen in Holzmassivbauweise errichtet. Anleger will man mit eigenem Sicherheitskonzept ins Boot holen.

Startschuss für ein neues Projekt der Glorit: Der Bauträger aus Groß-Enzersdorf errichtet auf Eigengrund 19 Eigentumswohnungen im wachsenden Nordosten der Hauptstadt.

St. Pölten gerät zunehmend ins Radar der Immobilieninvestoren: Semper Constantia will mit neuem Apartment-Angebot im Gesundheitsbezirk punkten. Eigentümer, Totalübernehmer und Co haben nun die erste Bauetappe des Mietprojektes max.living gefeiert.