Ziel: Echte Kanzlei

„Die Krise gibt es nur, wenn genügend daran glauben“, postuliert Christoph Lindinger, Managing Partner der Anwaltskanzlei Schönherr Rechtsanwälte GmbH, und setzt zur weiteren Expansion nach Osteuropa an.

"Die Krise gibt es nur, wenn genügend daran glauben", postuliert Christoph Lindinger, Managing Partner der Anwaltskanzlei Schönherr Rechtsanwälte GmbH, und setzt zur weiteren Expansion nach Osteuropa an. Mit 1.1.2009 werden die Anwaltsbüros in Prag und Warschau der deutschen Kanzlei Gleiss Lutz übernommen. Gleichzeitig baut Schönherr in Bratislava eine Niederlassung auf. "Es gab noch ein paar wichtige weiße Flecken", so Lindinger, die würden somit geschlossen. Die Kanzlei wird dann in zwölf Ländern Europas mit 340 Anwälten vertreten sein. Ziel sei es, eine internationale Kanzlei zu sein, "die bloß zufällig ihr Headquarter in Wien hat - eine echte europäische Kanzlei".

Mehr als genug zu tun
Wie geht das in Zeiten allgemeiner Unsicherheit? Lieber wäre ihm die Expansion schon vor drei Jahren gewesen, aber auch jetzt spreche vieles für diese Schritte, meint Lindinger. Der M&A-Bereich und der Kapitalmarktbereich würden zwar einbrechen, aber es gebe mehr als genug Arbeit: "Wir spüren die Krise bisher nicht, ganz im Gegenteil." Denn es bieten sich neue Möglichkeiten: Man übernehme Restrukturierungsmandate, behandle Akquisitionen im Zusammenhang mit in der Krise befindlichen Unternehmen und sehe Chancen im Energiebereich. Dass ein Ausstieg aus einem Markt mitunter viermal so viel Arbeit für eine Kanzlei bringe, hätten etwa Lindingers Erfahrungen u.a. mit dem Migros-Konzern in Österreich gezeigt. Außerdem würde man öffentliche Aufträge behandeln, die Staaten schnürten ja allenthalben Konjunkturpakete.

One-Stop-Shop
Insgesamt, so Lindinger, gebe es in Europa auf jeden Fall Platz für eine als One-Stop-Shop konzipierte Kanzlei, die führende Rechtsanwälte in vielen Fachgebieten vereint. Es gebe keine andere Anwaltskanzlei mit einem derartigen Netzwerk in Zentraleuropa, betont Lindinger. Bislang macht Schönherr 35% der Umsätze in Osteuropa, mit den neuen Standorten sollten "acht bis zehn Millionen Euro" dazukommen. In Polen werden 20 Juristen übernommen, man bietet ein "Full-Service"-Büro. 50% des Umsatzes werden mit polnischen Firmen gemacht. Auch in Prag seien die Schreibtische voll, es gebe einen Wandel von M&A hin zu Insolvenzen, Restruktierung und staatlicher Vergabe. Stärkster Ostmarkt ist für Schönherr Rumänien, im Bereich Restrukturierungsmaßnahmen gebe es dort viel zu tun, "alle Beteiligten sind sehr nervös, das bindet Kapazitäten ohne Ende". Trotzdem erwartet er ein vermindertes Wachstum nach einer Steigerung von 20% 2007/08. Den Rückzug angelsächsischer Kanzleien aus CEE kommentiert man bei Schönherr so: Er habe nicht unmittelbar mit der Krise zu tun, "die hatten die Vorgabe, Londoner Profitabilität zu bringen, das ist dort auch in Boomzeiten nicht möglich".
(Quelle: Medianet)


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Datum: 13.08.2009

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