Zinshausmakler geht nach Zürich

Servus und Grüezi: Hudej Zinshausmakler macht den Schritt über die Westgrenze und eröffnet einen Standort im Herzen Zürichs. Dort will man finanzstarke Anleger – Eidgenossen wie internationale Investoren – abholen. Transaktionsziel: eine Milliarde Euro mehr in den nächsten fünf Jahren.

Mit einem Anteil rund zwei Milliarden Euro, diese entsprachen damit knapp 45 Prozent des heimischen Anlagenimmobilienmarktes 2016, sicherte sich das Zinshaus im letzten Jahr das größte Stück vom Investorkuchen. Was dabei auffällt, ist die dominante Konzentration nationaler Player. „Der Marktanteil ausländischer Investoren lag bei nur zwei Prozent“, analysierte Gerhard Hudej gestern die letzten Ergebnisse beim Medientalk vor Journalisten. Auch heuer würden wieder sehr viele Objekte gedreht werden, so der Zinshausexperte mit Blick auf die aktuellen Zahlen. In Summe rechnet er mit bis zu 450 Transaktionen – wiederum nur auf nationalem Terrain. Damit soll künftig aber Schluss sein. „Das Zinshaus wurde noch nie im Ausland präsentiert. Das werden wir ab heute ändern“, lässt er ausrichten. Dabei sei ganz Österreich das Produkt, nicht nur das klassische Gründerzeithaus in Wien.

Profitieren vom hohen Veranlagungsdruck

Der Standort Zürich – bezogen wurde ein Büro in der imageträchtigen Bahnhofstraße – dränge sich ihm zufolge nahezu auf. „Rund 45 Prozent des Weltgeldvermögens ist in der Schweiz geparkt, da müssen wir hin.“ Gleichzeitig herrsche dort ein immer höherer Veranlagungsdruck – Stichwort: Geldpolitik der Schweizer Währungshüter – bei einem auf weiter Strecke unbeweglichem Markt. Insbesondere beim Zinshaus, das in der Schweiz unter der Bezeichnung Mitertragshaus firmiert, sei im Vergleich zum hohen Österreich-Angebot kaum ein Deal zu holen.

Bitkiz/shutterstock.com © Bitkiz/shutterstock.com

Kommuniziert wird „Sicherheits- und Ertragsmodell“

Darum jetzt der Weg mit der Hudej Investment Consulting AG in die Schweiz. Und mit ihr die Fokussierung auf das dort in Sachen Zinshaus unbekannte Österreich. „Wir nutzen unsere Chance beim westlichen Nachbarn, bleiben aber bei den Vermittlungsaktivitäten rein auf den rot-weiß-roten Markt konzentriert“, bekräftigt Hudej, der dabei die Expertise des eigenen regionalen Netzwerkes für erfolgsentscheidend hält. Mit regionalem Know-how, das von Wien und den Bürostandorten Linz, Graz und Salzburg beigesteuert wird, will man Investoren, die auf der Suche nach Sicherheit und Ertrag wären, über Marktpotenziale und Ertragsmöglichkeiten informieren. „Die Beratungsleistung muss dabei eine ganz andere sein, vor allem was die Ertragsaussichten betrifft“, wie er postuliert.

Adressiert werden sollen vor allem vermögende Privatpersonen und Family Offices. Als eine weitere Zielgruppe hat Hudej internationale Investoren, die von Schweizer Vermögensverwaltern beraten werden, identifiziert. Für österreichische Zinshauseigentümer dürfte sich damit der Kreis potenzieller Käufer merkbar vergrößern.

Niedrige Einstiegspreise locken

Erste Rückmeldungen Schweizer Investoren wertet Hudej als äußert positiv. Locken würden nicht nur die im Vergleich sehr niedrige Einstiegspreise. Die Erträge am Zinshausmarkt lägen weit über denen anderer Asset-Klassen, die ähnlich hohe Sicherheit böten. Durch das prognostizierte Bevölkerungswachstum – vor allem in Wien – und das im internationalen Vergleich nach wie vor niedrige Mietniveau sei ein mittelfristiges Anziehen der Preise zudem sehr wahrscheinlich. Sein Resümee: „Potential nach oben ist also vorhanden.“

Den Gang in die Schweiz bezeichnet er folglich als „überschaubares Risiko“. Was herauskomme, wisse man in fünf Jahren. Bis dahin will er ein zusätzliches Transaktionsvolumen von rund einer Milliarde Euro aufgestellt haben. Zur Erinnerung: 2016 hat die Gesellschaft österreichweit Deals im Wert von 300 Millionen begleitet.

Den Westen und Süden Österreichs im Visier

Expandiert wird aber nicht nur bei den Eigenossen. In den nächsten Jahren will der Zinshausspezialist auch weitere weiße Flecken von der Österreich-Landkarte streichen. Geplant sind demnach Standorte in Innsbruck und Klagenfurt.


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Datum: 13.10.2017

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