Immer wieder kommt die Frage bei der Immobiliensuche: ist der Preis angemessen? Die Angst etwas zu billig zu verkaufen oder die Angst etwas zu teuer zu kaufen, beherrscht beide Seiten, bis endlich der Deal unter Dach und Fach ist.
Der professionelle Ansatz
1. Fragen Sie unverbindlich zwei bis drei Makler wie diese - als Profi - den Markt sehen. Gute Makler kennen den Markt und Ihr persönliches Gefühl wird Ihnen sagen, wem Sie vertrauen können. Wenn Sie sich entscheiden, Ihr Immobilienproblem in die Hände eines Maklers zu legen, dann nehmen Sie jenen Makler, der Ihnen ein seriöses Konzept vorlegen kann.
Beim Verkauf einer Immobilie fragen Sie nach der Präsentation Ihres Objektes und welche Kontakte der Makler hat. Eine Liste von Vormerkkunden ist selten eine seriöse Aussage.
Nicht jeder Makler ist für jeden Objekttyp geeignet. Es gibt Makler deren Spezialgebiet sind Gewerbeimmobilien, bei anderen sind es beispielsweise Luxusimmobilien. Achten Sie auch wie zuverlässig Ihre Anfrage beantwortet wird. Ein Makler der erst nach Tagen zurück ruft oder Termine verschiebt, ist weit weg von einem Profi.
Erfahrung im Maklen mit Objekten in Ihrer Region ist hier Trumpf. Vergeben Sie Exklusivvermarktungen nur mit einem klaren vertraglich vereinbarten Konzept: was wird der Makler wann und wie tun!
2. Prüfen Sie den Markt mit Hilfe der Immobiliensuche. Suchen sie ähnliche Objekte, definieren Sie Größe, Lage, Alter, Zusätze wie Garten, Terrasse, und schreiben Sie die Preise in eine Liste. Dazu muss man oft die Suche entsprechend verfeinern, wenn es zu viele Objekte gibt.
Auf Wohnnet können registrierte User auch sehen, wie lange das Objekt schon am Markt ist. Das ist ein Indikator ob dieses Objekt leicht zu verkaufen ist oder nicht. Verlassen Sie sich nie auf irgendwelche Indices. Diese entstehen meist aus komprimierten Daten.
Hier werden Durchschnittspreise berechnet: zum Beispiel von Wohnungen im 17. Bezirk, wo sich die eine in Gürtelnähe die andere am Wilhelminenberg mit 20 m Terrasse befindet.
3. Sind Sie selbstkritisch über den Zustand des Objektes: Wann wurde es erbaut, wann und wie wurde es renoviert? Gerade Objekte die zwischen 1945 und 1980 gebaut wurden, sind zum Teil extrem billig gebaut oder billig saniert worden und damit meist auch viel billiger als Neubauobjekte. Auf Wärme- und Schalldämmung, Zustand der Heizung und Fenster ist hier besonders zu achten.
4. Für Verkäufer oder Vermieter ist es oft frustrierend zu sehen wie andere ein Objekt bewerten. Gerade bei Objekten, wo viel Liebe in die Einrichtung oder in die Erhaltung gesteckt wurde, wird man mit Objektivität feststellen, dass es abgewohnt ist. Fliesen und Bodenbeläge sind zu Zeitzeugen geworden und ein neuer Benutzer sieht dies mit anderen Augen.
Aus diesen Gründen ist ein möbliertes Objekt , das schon 20 Jahre am Buckel hat, keineswegs teurer zu bewerten, als ein leerstehendes Objekt. Potentielle Interessenten können sich bei eingerichteten Objekten nicht vorstellen wie es leer mit sauber gemalten Wänden aussieht.
5. Entscheiden Sie, ob eine "make up" - Renovierung, d.h. Zeitzeugen entfernen, Boden schleifen, Wände malen etc. für Ihr zu verkaufendes Objekt sinnvoll ist. Meistens ist es dann viel leichter zu vermarkten, auch wenn vorab einiges zu investieren ist.
6. Überlegen Sie wie preisflexibel Sie sind. Teurer zu verkaufen, bedeutet längeres Warten und auf dem Objekt eventuell sitzen zu bleiben. Der Ansatz mit dem viele an den Verkauf herangehen heißt oft: Ich probiers zuerst einmal teurer, billiger kann ich immer noch werden. Meist wird es nur für einen selbst teurer:
Man vergisst die Kosten von 1, 6 od. 12 Monaten Leerstand, Inseraten und Besichtigungen. Vielleicht wurde auch der Makler öfters gewechselt und der geplante Verkaufspreis wird laufend nach unten revidiert.