Professionelle Schimmelsanierung - Leitfaden

Dunkle Flecken an der Wand, modriger Geruch in der Luft? Bis Sie einen Schimmelbefall bemerken, hatte der Pilz schon viel Zeit, zu wachsen. Spätestens jetzt muss unbedingt gehandelt werden – und zwar professionell!

Sie haben Schimmel in Ihrem Eigenheim entdeckt? Dann sollte zu allererst geklärt werden, woher dieser kommt und um welchen Pilz es sich handelt, um eine effiziente Bekämpfung zu garantieren. Mit einem Schimmeltest wird vom Fachmann die Menge der Schimmelsporen im Innenraum gemessen, und mit der Außenluftsituation verglichen. Denn ebendiese freifliegenden Sporen sind auch der Grund, warum ein reines oberflächliches Entfernen der Schimmelspuren an den Wänden mit nachherigem Desinfizieren und Überstreichen nicht reicht! Der Schimmel setzt sich oft tiefer in den Materialien ab, wächst nach einer oberflächlichen Entfernung wieder nach und setzt seine Sporen wieder an die Raumluft ab. Deshalb ist es laut ExpertInnen auch so wichtig, die Ursache der Schimmelbildung zu beseitigen (Luftfeuchtigkeit, Wasserschaden, Wärmebrücken etc.).

 

Klare Regelungen vom Gesetzgeber

Der Arbeitskreis Innenraumluft vom Österreichischen Lebensministerium hat in seinem Positionspapier zur Schimmelsanierung in Innenräumen klare Regelungen und Empfehlungen herausgegeben, wie ungeliebten Sporen und Pilzen professionell zu Leibe gerückt wird. Zuerst geht es um die korrekte Messung der Schimmelpilzsporen-Konzentrationen in der Luft von Innenräumen sowie dazugehörige Materialuntersuchungen, die immer nach den entsprechenden Vorgaben der Normenreihe ISO 16000-Teile 16-21 2 zu erfolgen haben.

Achtung: Die Methode der Sedimentation ist für die Bestimmung der Konzentration luftgetragener Schimmelpilzsporen in Innenräumen laut ExpertInnen nicht geeignet. Von der Messung mittels Sedimentationsplatten, wie sie im Handel erhältlich sind und (in Form von im Handel erhältlichen, vom Betroffenen selbst anzuwendenden Sets) wird daher ausdrücklich abgeraten, da die Anwendung keine aussagekräftigen Ergebnisse liefert und überdies extrem fehleranfällig ist.

Abtötung allein reicht nicht

Generell muss die Sanierung von mikrobiell befallenen Materialien das Ziel haben, sämtliche vorhandenen mikrobiellen Bestandteile wie Sporen, Mycel, Bakterien usw. zu entfernen. Bei Leichtbaukonstruktionen ist auch die Innenseite der Konstruktion auf ein mikrobielles Wachstum zu prüfen. Befallene, einfach zu demontierende Wand- und Deckenkonstruktionen oder Verschalungen sind in jedem Fall zu ersetzen. Eine bloße Abtötung reicht nicht aus, da auch abgetötete Mikroorganismen von gesundheitlicher Relevanz sind und z. B. allergische Reaktionen auslösen können. Außerdem wird der Schimmel früher oder später wiederkommen.

Wie Schimmel bekämpfen?

Die Verwendung von Bioziden in Innenräumen als Sanierungsmaßnahme ist laut hier herangezogenen Positionspapiers unerwünscht und nicht empfehlenswert, da der Nutzen häufig nicht gegeben bzw. zweifelhaft ist. Nur in Einzelfällen, wenn ein mikrobieller Befall von einer mechanischen Reinigung nicht erfasst werden kann (z. B. bei Hohlräumen im Fußbodenbereich) und ein weiteres Wachstum für einen kurzen Zeitraum vermieden werden soll, ist der Einsatz von Bioziden erlaubt. Sprüh- oder Vernebelungstechniken sind bei einer fachgerechten Sanierung von Innenräumen ebenfalls nicht nötig, bzw. in ihrer Effektivität nicht gesichert. Darüber hinaus kann ihr Einsatz ein Gesundheitsrisiko darstellen und bei bestimmten Präparaten zu anhaltender Geruchsbelästigung führen.

Für die Schimmelsanierung muss zuerst der betroffene Bereich oder Raum abgeschottet werden, die SaniererInnen arbeiten mit einer speziellen Schutzausrüstung. Begonnen wird mit der so genannten mechanischen Schimmelentfernung, bei der sämtliche kontaminierten Materialien abgebaut und entfernt werden. Dazu zählt das Abschleifen der befallenen Oberflächen, gefolgt vom Abflämmen derselben. Dann wird die Oberfläche dekontaminiert und desinfiziert, bevor alles wieder abgesaugt und damit feingereinigt wird. Es folgt die Endreinigung und Desinfektion sämtlicher Oberflächen und der Raumluft. Zum Ende folgt die neue Oberflächenbehandlung – verputzen, streichen etc.


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Datum: 10.07.2017

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