Kampa zieht in der Blauen Lagune ein

Neuzugang im Musterhauspark: Letzte Woche wurde in der Blauen Lagune das neue Plusenergiehaus von Kampa präsentiert. Im Rahmen der Eröffnung lud Fertighaus-Firmenchef Josef Haas Branchenkollegen und Mitstreiter einer nachhaltigen Bauweise zum Informations- und Meinungsaustausch. Er lieferte dabei ein starkes Bekenntnis für die Energiewende. Seine Botschaft: Holzbau leiste bereits sehr viel, effizienter Technologieeinsatz noch mehr. Die Branche müsse umdenken und den Mehrwert nachhaltigen Wohnens wirtschaftlich und emotional richtig verkaufen. Zum Wohle künftiger Generationen.

Schweißtreibende Temperaturen begleiteten das Branchen-Get-together und ließen spüren, dass man am sommertauglichen Bauen definitiv nicht mehr vorbeikommt. Blaue Lagune-Hausherr Erich Benischek, Österreichischer Fertighausverband-Präsident Roland Suter sowie Verbandsgeschäftsführer Christian Murhammer diskutierten in einer Einleitungsrunde den Stellenwert regenerativer Energien und erneuerten ihre Forderungen nach schlanken gesetzlichen Richtlinien – und zwar von der Länderebene aufwärts. Dass das Image der Niedrigstenergie-Sparte anzuheben sei, war allgemeiner Tenor. „Wir müssen wegkommen vom Gejammere jener, die meinen, dass sich der nächste Level der Energieeffizienz nicht rechnet“, sagte Benischek.

Information trifft Interesse

Die Vertreter des Fertighausverbandes lieferten eine Leistungsbilanz zum Baustoff Holz, stellten ökologische Gesamtrechnungen auf und geizten auch nicht mit Kennzahlen, die die Bereitschaft der Österreicher, auf die nächste nachhaltige Stufe zu wechseln, untermauerten. 70 Prozent würden, so der Präsident, bereits auf den in der EU-Richtlinie fixierten Standard des Jahres 2020 bauen. Johannes Fechner, Bildungskoordinator bei „klima aktiv“ informierte im Anschluss über die Entwicklung und Wandel bei den Gebäudestandards, aktuelle Nutzenrechnungen und Vorteile für Anbieter wie Käufer.

Haas: „Mehrwert verkaufen“

Josef Hass stellte sein Statement unter die Überschrift „Digitalisierung und CO2-Reduktion“. Er forderte die Branche auf, weitestgehend umzudenken. Seine Lösung? Sparsame, autarke Energiemanagementsysteme und Smart Home-Lösungen – so wie er sie bereits in das Haus von heute packt. So könne unter anderem auch der Holzbau vorangebracht werden. „Wir müssen im Kundendialog den Lebenszyklus mit auf die Rechnung setzen“, meint Haas. Nur so ließe sich in den Köpfen der Bauherren die wirtschaftlich sinnvolle Wohnalternative implementieren. „Es ist ganz einfach“, sagt der Kampa-Chef. „Wir müssen den Mehrwert definieren, erzählen und verkaufen. Und ja, das geht.“

Nächster Effizienzlevel: Das Plusenergiehaus

Mit dem neuen Musterhaus will das Unternehmen, das im laufenden Geschäftsjahr mit einem zweistelligen Umsatzplus auf 130 Millionen rechnet, auch in Wien und Umgebung Nägel mit Köpfen machen. Kampa setzt dabei auf eine hochgedämmte Bauweise auf Passivhausniveau, auf effiziente Lüftungs- und Heizungstechnik ohne fossile Brennstoffe sowie Hausgeräte mit dem höchsten Energieeffizienzgrad. Laut Herstelle könne so der komplette jährliche Energiebedarf auf unter 6.000 kWh gedrückt werden. Ein Verbrauch, der sich über eine hauseigene Photovoltaikanlage einspielen ließe – Stichwort „Selbstversorgerprinzip“.

Ökologische Wand, flexible Fassade

Das im Musterhaus der Blauen Lagune verbaute Wand- und Fassadensystem „MultiTec“ basiert auf einem dreischaligen, ökologischen Aufbau, bestehend aus einer innenseitigen Holzfaser-Installationsebene, einer hochgedämmte Holzständer-Tragebene und eine wärmebrückenoptimierte Zusatzdämmschale. Auf Styropor werde aus Gründen den Umwelt- und Brandschutzes komplett verzichtet, heißt es bei Kampa. Hinsichtlich der Fassade habe der Kunde ziemlich freie Wahl: Möglich sind Putz, Klinker, Holz, Fassadenplatten aber auch farbige Glas-Panele oder PV-Module.

Technik fürs Smart Home-Zeitalter

Für die Energie- und Heiztechnik setzt Kampa aktuell nur mehr auf Viessmann-Produkte. „Alle Komponenten müssen im Smart Home-Zeitalter kompatibel sein“, so Haas. Zudem wolle man dem Bauherren und späteren Bewohner technischen Service „aus einer Hand“ zu Verfügung stellen.


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Datum: 27.06.2017

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