Haus im Baurecht kaufen

Verfügbares Bauland ist knapp und quasi unerschwinglich. Der Erwerb eines Grundstücks bzw. eines Hauses im Baurecht ist eine interessante Alternative. Sie sind dann "Mieter" des Grundes, aber Eigentümer des Hauses.

Was genau bedeutet "Haus im Baurecht kaufen" und was sind die Vor- bzw. Nachteile eines solchen Erwerbs? Wir klären auf.

Grund mieten, Haus kaufen

Wenn Sie auf einem Grund im Baurecht bauen oder ein Haus im Baurecht kaufen, müssen Sie das Grundstück nicht bezahlen und können so einen Batzen Geld sparen. Während Sie für den Grund eine Art Pacht oder Miete entrichten, ist die Immobilie, die Sie darauf bauen bzw. erwerben, Ihr Eigentum. Die Laufzeit des eingetragenen Baurechts beträgt zwischen zehn und 99 Jahre, kann nicht gekündigt - jedoch aber veräußert oder vererbt werden.

Vorteil: Sie sparen...höchstwahrscheinlich

Für das Grundstück, auf dem Sie Ihr Haus bauen bzw. das Haus steht, müssen Sie keinen Kaufpreis entrichten, sondern Sie entrichten über einen sehr langen Zeitraum hinweg kleine Beträge an die EigentümerInnen. Ganz wichtig ist hier, genau zu rechnen. Im Normalfall werden drei bis maximal sechs Prozent des derzeitigen Verkehrswertes des Grundstückes berechnet. Läuft das Baurecht nur kurz (um die 50 bis 60 Jahre), werden Sie zuviel zahlen, läuft es - wie meistens - über 99 Jahre, werden Sie mit Ihren Zahlungen den eigentlichen Wert des Grundstückes wohl nicht übersteigen. Gerade für junge Familien ohne viel Eigenkapital ist diese Variante des eigenen Hauses eine gute und interessante Möglichkeit.

Nachteil: Irgendwie gehört's mir nicht

Rein rechtlich gesehen wird die Immobilie am Baurechtsgrund nach Laufzeitende in den Besitz der GrundeigentümerInnen übergehen. Diese müssen dafür aber eine Entschädigung bezahlen. Die zweite Möglichkeit ist, dass die GrundeigentümerInnen das Baurecht erneuern bzw. verlängern oder über einen Verkauf an die HauseigentümerInnen, also Sie, verhandeln.

Was im Vertrag stehen muss

Es sollte im Kaufvertrag jedenfalls festgehalten werden, dass das Haus in Höhe des aktuellen Zeitwertes entschädigt werden muss. Darüber hinaus sollte vertraglich festgehalten sein, um welche Art von Gebäude es sich genau handelt, in welcher Bauweise es errichtet wurde und in welcher Form der Grund genutzt werden darf. Ein Notar beglaubigt schließlich den Kaufvertrag und trägt ihn ins Grundbuch ein. Ganz wichtig: Vor Vertragsabschluss sollten Sie sich auf jeden Fall von einem Notar beraten lassen!


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Datum: 19.07.2017

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