Fenster zum Schutz gegen Lawinen und Hochwasser

Immer häufiges Auftreten von Lawinen- oder Hochwasserkatastrophen fordert Bauherren ebenso wie Fensterhersteller. Spezielle Belastungstests zeigen, ob ein Fenster tatsächlich lawinensicher ist. Von der Technologie können auch "normale" Fenster profitieren.

Klimakatastrophen häufen sich. In Österreich drückt sich dies vor allem in regelmäßig wiederkehrenden Hochwasser-Situationen bzw. (im Alpenraum) im verstärkten Auftreten von Lawinenabgängen aus. Dazu kommt, dass immer öfter Grundstücke in Gegenden bebaut werden, die als nicht gänzlichlawinensicher eingestuft werden müssen.

Für Fensterhersteller tut sich da eine interessante Nische auf: Die AluFusion-Gruppe (zu ihr gehören die Hersteller Entholzer, Opitz, Pfisterer, Rupo und Uchatzi) hat seit 2004 bereits knapp 500 Lawinenschutzfenster produziert. Diese kosten zwar etwa das Doppelte eines normalen Fensters,in betroffenen Gebieten kann sich die Investition allerdings mehr als nur bezahlt machen.

Erich Reismann © Erich Reismann

Umfassender Belastungstest

In den Prüfhallen der Wiener MA 39 konnte man sich nun von der Belastbarkeit des Lawinenschutzfensters überzeugen: "Der Test für Lawinenschutzfenster besteht aus insgesamt drei Teilprüfungen und simuliert den Abgang einer Lawine. Die Prüfung ist dann positiv, wenn bei keinem der Tests ein Messstab mit einem Durchmesser von 10 mm durche eine Öffnung passt." erklärt Ing. Michael Chval von der Magistratsabteilung.

Entsprechend den verschiedenen Belastungsklassen werden die Fenster mehreren Prüfungen unterzogen. Dies reicht vom "Beschuss" des Glases mit gefüllten Lederbällen aus bis zu 6 Metern, über den Aufprall einer 4 kg schweren Stahlkugel bis zur statischen Flächenbelastung: Hier wird ein Druck von bis zu 1,5 Tonnen / m² innerhalb von 60 Sekunden aufgebaut, um dann ebenso lange gehalten zu werden. Dabei darf sich keine Öffnung bilden. Das vor versammelter Journalistenschaar geprüfte Element hielt den Belastungen jedenfalls beeindruckend stand.

Technologischer Vorsprung

Mit der Anschaffung eines lawinensicheren Fensters ist es freilich nicht getan. Dieses muß von geschulten Fachleuten eingabaut, und etwa jährlich gewartet werden. Nur dann ist entsprechender Lawinenschutz gewährleistet.

Auch Hochwasser-Fenstersind ähnlich aufgebaut und müssen Belastungstests standhalten. Ein fixer Anschlag beim Flügel soll Wassereintritt verhindern, das Fenster muß ebenfalls eine Belastung von 1.500 kg/m² aushalten.

Von der geleisteten Forschungsarbeit und den Investitionen in die entsprechenden Technologien kann auch einiges in die Produktion herkömmlicher Fenster "mitgenommen" werden, wie Rudolf Pfisterer weiß: "Es verhält sich wie bei den Autoherstellern, die etwa Kompetenzen aus dem Motorsport auch in der Serienfertigung einsetzen können."

Erich Reismann © Erich Reismann

Das Fenster ist nach allen drei Tests noch voll funktionsfähig. Noch immer darf kein 10 mm breiter Stab in eine Öffnung passen.


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Datum: 29.03.2010

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