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Überlege dir auch den Einsatz von sonstigen “Schalungs-Elementen” wie z.B. einfachen, handelsüblichen Schalsteinen.

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Betonschalungen

Zur Formgebung wird Beton zwischen Schalungsplatten eingebracht. Lediglich bei unbewehrten Fundamenten kann, wenn das Erdreich dies zulässt und es statisch vertretbar ist, auf Schalungen verzichtet werden.

Da der Beton im flüssigen Zustand große Kräfte entwickeln kann, muss die Schalung ausreichend abgestützt werden, damit es nicht zu Ausbeulungen kommen kann.  Deswegen sind auch bei hängenden Schalungen wie z. B. bei Trägern, Unterzügen, Platten diese ausreichend oft und fest zu unterstellen. Diese Unterstellungen müssen  Nachstell-Möglichkeiten besonders für die Deckenteile besitzen.

Kantenausbildung
Kanten werden entweder scharfkantig (im rechten Winkel) oder gebrochen (abgefast) ausgebildet. Gebrochene Kanten werden durch das Einlegen von Dreikantleisten ausgebildet.

Dichtbetonbauteile
Die Befestigung (Verbindung der beiden Wandseiten) der Schalung stellt einen Schwachpunkt bei Dichtbetonbauteilen dar. Daher müssen nach dem Entfernen der Schalung die Spannstähle aus dem abgebundenen Beton entfernt werden und die  verbleibenden Spannlöcher wasserdruckseitig und anschließend raumseitig absolut wasserdicht und flächeneben geschlossen werden.

Maßgenauigkeit
Bauteile aus Beton können  mit einer hohen Maßgenauigkeit hergestellt werden.  Öffnungen  müssen absolut winkel- und lotrecht geschalt sein.

Schalungsentfernung
Das Entfernen der Schalungen (Ausschalen) muss so vorsichtig erfolgen, dass keine Beschädigungen an Kanten entstehen. Schalungen dürfen nicht sofort entfernt werden, sondern müssen eine gewisse Frist, welche in den ÖNORMEN  B 4200-4 und –10 angegeben ist, bestehen bleiben.
 
Aussparungen
Da in Betonbauteilen das nachträgliche Herstellen von Schlitzen und Durchbrüchen nicht so einfach ist, müssen Schlitze, Wand und Decken-Durchbrüche etc. beim Aufstellen der Schalungen bereits ausgespart werden. 
Dabei ist auf die Bewehrung (Stahleinlagen) zu achten, die nicht unterbrochen oder beschädigt werden darf, um u.a. die Standsicherheit nicht zu gefährden.

Somit ist es wichtig, dass vor der Erstellung der Schalungspläne die Haustechnikfirmen alle Schlitze und Durchbrüche der Baufirma zeitgerecht bekannt geben. Dies setzt voraus, dass der Bauherr rechtzeitig festlegt, wo die Schalter, Wand- und Deckenauslässe, Heizkörper, Sanitäreinrichtungen etc. situiert werden sollen.

Die Baufirma hat für alle in den Plänen eingezeichnete oder vor der Ausführung der Schalung durch den Bauherr (Auftraggeber) bekannt gegebene Schlitze, Durchbrüche etc. die entsprechenden Aussparungen herzustellen. Im Wohnungsbau ist der Umfang der Aussparungen für die Kalkulation der Baufirma absehbar, sodass im Leistungsverzeichnis für die Beton- und Stahlbetonarbeiten festgelegt werden kann, dass sämtliche Aussparungen in die Einheitspreise einzurechnen sind.

Im allgemeinen werden Aussparungen, Nischen und Schlitze mit einer Ansichtsfläche über 1,0 m2 sowie Schalungen für Schlitze über 0,25 m Breite der normalen Schalung  des betreffenden Bauteils (z.B. Wand, Säule, Balken, Decke) in der abgewickelten Fläche zugerechnet.

Wenn nicht im Leistungsverzeichnis anders geregelt, wird ab einer Höhe von 3,2 eine Aufzahlung gewährt.


Einbauteile
In die Schalung werden Konstruktionen (Einbauteile) versetzt, welche ihre Festigkeit durch das Eingießen im Beton erhalten. Generell darf die Abweichung von der Soll-Lage +/- 5 mm nicht übersteigen, sofern in den Plänen keine größere Genauigkeit verlangt wird. Die Baufirma muss darauf achten, dass die Professionisten die Einbauteile zeitgerecht zum Versetzen anliefern bzw. wenn die Professionisten die Einbauteile selbst versetzen diese zeitgerecht informiert werden.  

Schalungsarten
Schalungen werden entsprechend den Bauteilen erfasst und gesondert abgerechnet. Lediglich bei Konstruktionen wo die Schalung abhängig von der Form ist (z.B. Wände mit einer bestimmten, gleichbleibenden Wandstärke) kann der Beton samt Schalung in einem abgerechnet werden.

Schalung werden zum Beispiel für folgende Bauteile verwendet:

  • Fundamente, Bodenauswechslungen, Auffüllungen, Sauberkeitsschichten usw.: in diesem Fall wird sie auch als verlorene Schalung bezeichnet - die Schalung kann oder muss nicht mehr entfernt werden.
  • Unterbeton, Bodenplatten
  • Wände und Unterfangungswände, Schutzraumwände, jeweils ein- oder beidseitig,
  • Pfeiler und Säulen mit eckigem und runden Querschnitt: Bei kreisförmigen Säulen werden Spezialschalungen aus Stahl, Kartonrohren,  Faserzementrohren gewählt.
  • Balken, Roste, Gesimse
  • Betondecken
  • Betondächer (Sargdeckel)
  • Stiegen- und Podestplatten, Betonstufen gerade oder gewendelt
  • Betonsockel
  • Schächte und Kollektoren aller Art


Für besondere Anforderungen müssen Aufzahlungen gewährt werden, wenn im Leistungsverzeichnis nicht etwas anderes festgelegt ist.
Typische Aufzahlungspositionen sind:

  • Sichtbeton, Strukturanforderung an die geschalte Betonoberfläche gemäß Klasse S2A
  • Sichtbeton mit strukturierter oder plastischer Oberfläche gemäß Klasse S3
  • gekrümmte Flächen
  • geneigte Flächen über 3 Prozent
  • malerfertige, porenlose Flächen entweder durch vollkommen  glatte, fugenlose Spezialschalung, sorgfältige Betonierung sowie entsprechende Nachbehandlung  oder durch Überziehen mit Haftgips oder Spachtelmasse
  • Konstruktionshöhen über 3,2 m, abgerechnet  wird die volle Konstruktionshöhe.
  • Einlegen von Profilleisten
  • Trennschichten zwischen Betonbauteilen z.B. aus bituminierten Weichfaserplatten,  expandiertem Polystyrol-Partikelschaumstoff, Hartfaserplatten
  • Einbauteile wie z.B. Anker,  Ankerschienen, Konsolen Eisen- und Stahlteile jeglicher Art
  • Schalldämmelemente und -platten bei Stiegen und Podesten: In Mehrfamilienwohnhäuser müssen Stiegen- und Podestplatten schalltechnisch von den anderen Bauteilen getrennt werden. Dies geschieht durch das Versetzen von Schalldämm-Elementen und - platten zur Tritt- und Setzstufen.

 

Putzträger als Wärmedämmung
Betonflächen haben einen schlechten Wärmedämmwert und benötigen daher zusätzliche Wärmedämmverkleidungen. Werden Betonflächen verputzt, so gibt es wegen der glatten Oberfläche Schwierigkeiten bei der Haftung des Putzes; daher werden Putzträger-Platten montiert, die auch als Wärmedämmung fungieren. Wird der Putzträger ausreichend dick dimensioniert, können auch Leitungen in diesem Bereich ohne nachträgliche Stemmarbeiten verlegt werden.

 

Es gelangen z.B. folgende Arten der Wärmedämmungen bzw. der Putzträger zu Ausführung:

  • extrudierten Polystyrol-Hartschaumstoffplatten: Es sollten umweltschonende Platten verwendet werden, die ohne CO2 als Treibmittel und ohne FCKW,  H-FCKW und HFKW erzeugt wurden.
  • zwei- und mehrschichtige Dämmplatten bestehend aus einer Dämmschichten  z.B. Polyurethan-Schaum (PUR) und einer Schicht aus Holz- oder Steinwolle als Putzträger.
  • Holz- oder Steinwolleplatten als Putzträger

 

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Helmut Melzer
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