Schutzzonen für Wien-Donaustadt

Was Immobilienentwickler, Planer und Architekten nicht freuen wird, scheint immer fixer: Alte, strukturelle Dorf- und Ortskerne des 22. Wiener Gemeindebezirks sollen vor baulichen Zugriffen geschützt werden, melden Vertreter der Stadt Wien. Die MA19 – zuständig für Architektur und Stadtgestaltung – hat nach eingehender Untersuchung fünf Bereiche festgelegt, die als Schutzzone ausgewiesen werden können. Darunter finden sich die Ortskerne von Stadlau, Kagran, Eßling, der Schüttauplatz sowie ein Teil der Wagramer Straße.

Die genannten Zonen wurden maßgeblich zwischen 1850 und dem Beginn des zweiten Weltkriegs geprägt. Im immer schneller wachsenden Bezirk soll die vorhandene Bausubstanz nun vor weiteren Veränderungen bewahrt werden. Bereits in den vergangenen Jahren sind laut den zuständigen Behörden Schutzzonen in Breitenlee, Hirschstetten und im Bereich des Industriehofs Stadlau festgesetzt worden. Entsprechend sind seitens der Stadt Wien nun umfassende Bausperren vorgesehen, um in weiterer Folge die Schutzzonen in den alten Ortskernen beschließen zu können, heißt es von verantwortlicher Stelle.

"16.000 Objekte in Schutzzonen"

„Die historische Bausubstanz von Wien braucht Schutz, nicht nur in den bekannten Gründerzeitbereichen der Stadt, sondern auch in den alten Ortskernen jenseits der Donau wie etwa hier in der Donaustadt. In ganz Wien befinden sich derzeit über 16.000 Objekte in Schutzzonen und die Zonen werden laufend ausgeweitet.“, sagt Wiens Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou.


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Datum: 13.04.2017

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  • MyNickName schrieb am 24.04.2017 23:45:47

    Das Problem ist ein politisches. Statt einzugestehen, dass öffentliches Interesse am Erhalt von historischen Gebäudeensembles besteht und entsprechend deren Erhaltung und Revitalisierung zu fördern, wird mit der Recht- und Bürokratiekeule versucht die Eigentümer zu zwingen gegen ihre legitimen wirtschaftlichen Interessen den Altbestand auf unabsehbare Zeit zu pflegen.

    Dass das selten auf Freude und oft auf Gegenwehr stößt braucht nicht zu wunden.

    Funktionieren wird es auch nicht, das sieht man ja auch an den bisherigen geschützten Ortskernen in der Donaustadt. Überall alte baufällige Gebäude in die sich dank Schutzzone keine Investition mehr lohnt.

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