Xella international - M1 Haus

In einem Pilotprojekt entwickelt Baustoff-Hersteller Xella ein leistbares Plusenergie-Haus von der Stange - mit Photovoltaik, Solarthermie, Wärmepumpe und mehr. Ein erstes M1 wird in Berlin errichtet und soll zwei Jahre lang analysiert werden.

Die Xella-eigene Dämmung soll auch künftigen Standards gerecht werden.

Xellas Forschungschef Torsten Schoch

Geht es nach Baustoff-Hersteller Xella gesellt sich zu den Gebäudekonzepten Passivhaus, Sonnenhaus und Co demnächst ein weiterer Typus – mit einem wahrscheinlich wesentlichsten Unterschied: Das Plusenergie-Haus M1, das gerade entwickelt wird, soll trotz anspruchsvoller Technik von Photovoltaik bis bester Dämmung auch für kleinere Börsen leistbar werden.

„Das Plusenergiehaus von der Stange“, wie Torsten Schoch, Chef der Xella Technologie- und Forschungsgesellschaft verdeutlicht. Damit tritt das Unternehmen an, einen sonst recht teuren Mix aus Wärmepumpe, Solarthermie, Photovoltaik sowie Be- und Entlüftung in ein bezahlbares Produkt für den Massenmarkt zu verwandeln. Bis zu 48 kWh Strom soll das Haus speichern und bei Bedarf wieder abgegeben können. Damit will Xella ein Autarkie-Niveau von 80 Prozent erreicht.

Nach reiflicher Planung und Entwicklung fiel im März der Startschuss: In Berlin wird mit Partnern der Prototyp des M1-Hauses errichtet, nach Fertigstellung wird eine Testfamilie a la Big Brother zwei Jahre lang beobachtet und deren Nutzungsverhalten analysiert.

Konstruktion und Gestaltung des Hauses sind ein Gesamtergebnis aus Ansprüchen auf Design, Materialeinsatz, Anforderungen der Energieeffizienz sowie wirtschaftlichem Bauens. Das zeigt sich schon bei der Dämmung mit – natürlich Xella-eigenen Produkten: Außenwand und Dach sollen mindestens einen U-Wert von 0,20 W(m2K) erreichen. Fenster werden dem Passivhaus-Standard erreichen.

Photovoltaik, Solarthermie, Raumlüftung - zu einem erschwinglichem Preis? Ist das möglich? Xella testet das mit einem Prototypen.

Zumindest am Papier geht es sich aus, ist Schoch zuversichtlich: Technik am neuesten Stand und Plusenergie-Niveau zu einem bisher nie dagewesenen Preis. Ob das auch in die Realität übertragen werden kann, wird das Experiment M1 zeigen. Und, schlussendlich: Wird das Konzept auch den Ansprüchen und Eigenheiten der Bewohner gerecht? Immonet.at hält Sie auf dem Laufenden.

M1-Haus Eckdaten:

  • 130 qm Wohnfläche
  • Luft-Wasser-Wärmepumpe
  • Kombi-Schichtspeicher
  • Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung
  • Solaranlage mit Hochleistungsvakuumröhren für Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung
  • Photovoltaik mit 9,5 KWp Nennleistung
  • Carport mit E-Tankstelle
  • Dämmung mit Ytong energy plus


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Datum: 29.03.2012

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