Qualität sichtbar machen

Hagen Pleile, Vorsitzender des Vorstands der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Qualität, im Gespräch über Qualität und Gütesiegel, deren Wahrnehmung in der Baubranche und das Problem Billigstbieter.

Das Austria Gütezeichen zählt zu den bekanntesten Qualitätssiegeln des Landes. Es zeichnet seit mehr als 60 Jahren besonders hochwertige Erzeugnisse und seit kürzerem auch Dienstleistungen aus. Fast 80 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher kennen das Gütezeichen, so das Ergebnis einer Befragung der ÖQA - Österreichische Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Qualität – die das Qualitätssiegel verleiht. Hagen Pleile, Vorsitzender des Vorstands der ÖQA, im Gespräch über Qualität und deren Wahrnehmung in der Baubranche.

Vor allem im Bereich der Baubranche werden Gütezeichen sowohl von Konsumenten, als auch Unternehmen stark nachgefragt. Hat die Branche ein Qualitätsproblem?

Pleile: Tatsächlich sind für mehr als 70 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher Qualitätssiegel in der Baubranche wichtig. Damit liegt dieser Sektor auf Platz zwei hinter dem Gesundheitstourismus. Das Problem im Bau- und Baunebengewerbe ist nach wie vor die Konkurrenz von Billigstbietern. Darunter leidet die Branche und der Konsument ist verunsichert. Ich glaube nicht, dass ein grundsätzliches Qualitätsproblem in den österreichischen Baubetrieben herrscht. Es gilt aber, die Qualität der Arbeit und Produkte besonders hervorzuheben um sie sichtbar zu machen.

Qualität soll also verstärkt kommuniziert werden?

Pleile: Ja, wer gut arbeitet, soll das auch gerne an seine Kunden, Interessenten und Partner weiter geben. Wir haben eine Kommunikationsoffensive gestartet um das Austria Gütezeichen weiterhin stark zu präsentieren. Außerdem gibt es Überlegungen, unser Angebot auszuweiten. Wir verleihen das Gütesiegel bereits jetzt an gewisse Dienstleister, wie Installateure oder Arbeitskräfteüberlasser. Aber es gibt noch viel zu tun. Wir denken zum Beispiel daran, Handwerksbetrieben und Professionisten vom Tischler über den Dachdecker bis hin zum Elektriker, unsere Qualitätsauszeichnung anzubieten. Damit geben wir nicht nur dem Konsument eine Orientierungshilfe, sondern auch dem Betrieb ein wirkungsvolles Marketinginstrument.

Haben Qualitätssiegel tatsächlich einen Einfluss auf unsere Kaufentscheidung?

Pleile: Definitiv. Aus unserer Befragung geht hervor, dass für fast 60 Prozent der Konsumenten solche Gütesiegel von Bedeutung und diese sogar wichtiger in Bezug auf die Kaufentscheidung sind, als der Preis.

Kann ich mich auf das Austria Gütezeichen verlassen?

Pleile: Die Produkte und Dienstleistungen werden vor der Verleihung des Gütezeichens auf Herz und Nieren geprüft - in unserem Fall von unabhängigen, externen Stellen - und in regelmäßigen Intervallen von ein bis drei Jahren, je nach Produkt oder Dienstleistung, kontrolliert. Außerdem gehen wir jeglicher Beschwerde nach und prüfen, ob diese gerechtfertigt ist. Wer die Ansprüche nicht (mehr) erfüllt, dem wird unser Siegel aberkannt. So können wir sicher gehen, dass wir nur höchste Qualität, die über der Norm liegt, auszeichnen.


AutorIn:

Datum: 03.11.2014

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Köpfe und Meinungen

Im September 2017 rückt mit Thomas Maderbacher ein ausgewiesener Techniker in die Geschäftsführung der in der Wiener Stadtwerke Holding organisierten Wiener Netze nach. Laut Vorstandsbeschluss wird der bisherige Hauptabteilungsleiter (Bereiche: Kundendienst, IKT und Netzplanung) das Führungstrio komplettieren und künftig neben Gerhard Fida und Hermann Nebel die Netz-Agenden verantworten. Seine Vorgängerin Karin Zipperer ist in den Vorstand der Asfinag gewechselt.

Seit Mai 2017 ist Christian G. Polak als zweiter Geschäftsführer der 6B47 Austria GmbH im Einsatz. Gemeinsam mit Sascha Nevoral soll er die strategische Leitung und Weiterentwicklung des Unternehmens vorantreiben. Sein Schwerpunkt: die Bereiche Recht, Projektentwicklung und – verstärkt – Investment Management.

Neu in der Führungsriege: Die Asamer Baustoffe AG holt Harald Fritsch als Vorstand für Finanzen ins Boot. Er hat mit 16. August 2017 das Vorstandsmandat übernommen. Sein Vorgänger, Thomas Tschol, scheidet laut Presseinformationen aus dem Unternehmen aus.

Neo-Teamleiter Herbert Lukitsch (im Bild) verstärkt ab sofort die Führungsebene der Rustler Baumanagement GmbH, die auf Dienstleistungen der Bauplanung und des Projektmanagements spezialisiert ist. In seiner neuen Funktion ist Lukitsch direkt dem Geschäftsführer unterstellt und verantwortet das operative Geschäft des Bereiches für Großprojekte, wie insbesondere die Sanierung von Gebäuden oder Dachgeschossausbauten, wie es in einer Aussendung des Unternehmens heißt.

Auf Einladung von GBCI Europe und ATP sustain diskutierten Experten in der Blauen Lagune vor Fachpublikum den Ist-Stand in Fragen der Gebäudezertifizierung und gaben Prognosen für die möglichen, nachhaltigen Standards von morgen ab. Am Podium unter Leitung von Blaue Lagune-Chef Erich Benischek mit dabei: Kay Killmann von GBCI Europe, Michael Haugeneder von ATP sustain, Andreas Köttl – value one und ÖGNI-Präsident –, Joseph Marfi von Turner & HuGBC sowie Andreas Lindinger aus der denkstatt.

Neues Partner-Quartett. Wie das Büro von HD Architekten mitteilt, rücken vier Mitarbeiter in die Spitze des Unternehmens auf. Ab jetzt mit dabei: Architekt Gottfried Baumgartner (im Bild: Zweiter von rechts), Baumeister Wolfgang Diewald (Erster von links) sowie die Architekten Peter Herzog (Erster von rechts) und August Hufnagl (Zweiter von links).

Der Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Österreich hat einen neuen Bundesprecher ernannt. Arno Wimmer (im Bild) ist bereits in Amt und Würden.

Seit 1. Juli hat Odörfer Haustechnik einen neuen Österreich-Vertriebsleiter. Mit Johannes Huber-Grabenwarter ist beim Großhandelsbetrieb ein ausgewiesener Branchenexperte neu an Bord.