Top-Ten-Risiken Immobranche

Die anhaltenden Finanzierungsschwierigkeiten bleiben im Jahr 2009 das größte Risiko für internationale Immobilienunternehmen. Dies ergab eine weltweite Umfrage von Ernst & Young Real Estate und Oxford Analytica

Die Finanzierung bleibt oberstes Problem der gesamten Branche. An zweiter Stelle des Risiko-Rankings stehen globale Wirtschafts- und Marktschwankungen, an dritter Position veraltete und unzureichende Infrastruktur. Befragt wurden Analysten, Fachjournalisten und Führungskräfte der Immobilienbranche. Mit der Studie werden jährlich die zehn größten Geschäftsrisiken für Immobilienunternehmen ermittelt. Dabei hat sich für das Jahr 2009 insgesamt folgende Reihenfolge ergeben:

  • Finanzierungsengpässe in Folge der Finanzmarktkrise
  • Globale Wirtschafts- und Marktschwankungen
  • Veraltete, unzureichende Infrastruktur
  • Weltweiter Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter
  • Demografische Entwicklungen
  • Probleme, neue Geschäftschancen zu finden und zu nutzen
  • Unsicherheiten bei der Preisfindung
  • Ökologische Anforderungen, Nachhaltigkeit und Klimawandel
  • Konjunkturanfälligkeit und regulatorische Risiken in Schwellenländern
  • Steigende Energiekosten

„Angesichts der anhaltenden Unsicherheit und der fehlenden Liquidität konzentrieren sich viele Unternehmen derzeit darauf, die internen Geschäftsabläufe zu straffen und ihre Bestände und Projekte zu optimieren, um bei einer Verbesserung der Wirtschaftslage sofort wieder durchstarten zu können. Konsolidierungen unter den Unternehmen der Immobilienbranche werden ebenso unausweichlich sein“, sagt Mag. Alexander Wlasto, Geschäftsführer im Competence Center Real Estate bei Ernst & Young in Österreich.

Stockende Kreditvergabe
Schon in der Umfrage im vergangenen Jahr stellten nach Ansicht der Analysten Finanzierungsengpässe das größte Risiko für die Immobilienbranche dar. „Dieses Risiko ist nun schlagend geworden. Die stockende Kreditvergabe hat zahlreiche Entwicklungen gestoppt und in Verbindung mit der anhaltenden Unsicherheit die Immobilientransaktionen drastisch reduziert“, sagt Wlasto.

Große Infrastrukturrisiken weltweit
Veraltete oder unzureichende Infrastruktur ist für die Befragten das drittgrößte Risiko für Immobilienunternehmen im Jahr 2009. Nach Einschätzung der Analysten bedrohen Infrastrukturmängel im Transportwesen und bei der Energieversorgung die Rendite von Immobilieninvestitionen. In den vergangenen Jahren wurde in vielen westlichen Ländern kaum in die Infrastruktur investiert. Die negativen Auswirkungen werden jetzt sichtbar.

Ernst&Young © Ernst&Young

Mag. Alexander Wlasto, Geschäftsführer im Competence Center Real Estate bei Ernst & Young in Österreich


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Datum: 15.04.2009

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