Bauordnungsnovelle Wien

Die Novellen der Wiener Bauordnung, des Wiener Kleingartengesetzes und des Wiener Garagengesetzes wurden im Landtag beschlossen. Schwerpunkte liegen u.a. in leichterer Wohnraumbeschaffung und geringeren Baukosten.

Die Schwerpunkte liegen unter anderem in der leichteren Wohnraumbeschaffung, Antispekulation, mehr Sicherheit, geringere Baukosten sowie in der Steigerung der Wohn- und Lebensqualität.

Günstiger Bauen, höhere Lebensqualität

Durch die Novellierung der Wiener Bauordnung inklusive dem Wiener Kleingartengesetz sollen unter anderem Erleichterungen bei der Wohnraumschaffung erreicht werden. Neue Bestimmungen, wie die Widmungskategorie "förderbarer Wohnbau" oder befristete Baulandwidmungen, will man ansteigenden Preisentwicklungen gezielt entgegengenwirken.

Wohnbaustadtrat Michael Ludwig: "Damit setzen wir wichtige, stark preisdämpfende Maßnahmen. Gleichzeitig werden etwa durch den weitgehenden Entfall der Notkamin-Verpflichtung oder die Flexibilisierung der Stellplatzverpflichtung wichtige Einsparungen bei den Baukosten erreicht." Gemeinderat Christoph Chorherr ergänzt: "Die Festlegung einer Mindestraumhöhe für das Erdgeschoß eröffnet etwa dem Handel neue Möglichkeiten. Auch die Möglichkeit straßenseitige Balkone zu errichten sorgt für mehr privaten Freiraum in der Stadt und belebt das Stadtbild. Dies sind nur zwei Beispiele für noch mehr Wohn- und Lebensqualität in Wien."

Die wesentlichen Eckpunkte

Nachfolgend die wichtigsten Eckpunkte gegliedert in den drei Bereichen "für kostengünstiges Bauen und Wohnen", "für mehr Wohn- und Lebensqualität" und "zur Erhöhung der Sicherheit":

Maßnahmen für kostengünstiges Bauen und Wohnen
* Widmungskategorie "förderbarer Wohnbau"
* Befristete Baulandwidmung
* Städtebauliche Verträge
* Entfall der Verpflichtung zum Bau von Notkaminen
* Erleichterung von Dachgeschoßausbauten
* Mindestraumhöhen in Erdgeschoßen
* Erleichterte Wohnraumschaffung im Kleingarten
* Flexibilisierung der Stellplatzverpflichtung

Maßnahmen für mehr Wohn- und Lebensqualität
* Balkone auch über Verkehrsflächen und auch in größerem Ausmaß möglich
* Erleichterungen für Aufzugszubauten
* Weitere Ökologisierung: ein eigenes "Regenwassermanagement"
* Verbesserter Wärmeschutz für bestehende Gebäude
* Verpflichtende Gestaltungskonzepte für Grünflächen
* Wiener Solarstandard

Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit
* Verpflichtung zur Erstellung eines "Bauwerksbuches" sowie Dokumentationspflicht für Instandhaltungsmaßnahmen
* Baurechtlicher Geschäftsführer
* Neuregelungen betreffend Abbruchreife


AutorIn:

Datum: 01.07.2014

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Politik und Recht

Die Teilgewerbe "Erdbau" sowie "Betonbohren und –schneiden" sind und bleiben Bestandteil des reglementierten Baumeistergewerbes, alle anderen Teilgewerbe sind nunmehr aufgehoben: Mit Ende Juni 2017 wurde dies in der Gewerbeordnungsnovelle im Parlament beschlossen. Der neue Rechtsrahmen lässt die Bundesinnung Bau durchatmen. Sie spricht von einem „akzeptablen Ergebnis für die Bauwirtschaft.“ Praxisnahe, sachliche begründete und auf Sicherheit und Qualität abzielende Argumente seien schlussendlich mitberücksichtigt worden.

Was die längste Zeit vermutet und auch befürchtet wurde, ist eingetreten. Das UNESCO-Komitee, das derzeit im polnischen Krakau tagt, setzt das historische Zentrum der österreichischen Bundeshauptstadt auf die Gefährdungsliste. Dass der Weltkulturerbestatus wackelt, hänge laut Gremium an der derzeit stattfindenden „massiven städtebaulichen Entwicklung“. Vor allem aufgrund des Projekts Heumarkt mit seinem geplanten 66 Meter hohen Wohnturm sieht man bei der UNESCO derzeit rot.

Das Schlagwort vom „Leistbaren Wohnen“ sei zu einem Kampfbegriff verkommen, wie der Österreichische Haus und Grundbesitzerbund (ÖHGB) im Rahmen seines Bundestages 2017 trocken festgestellt hat. Der öffentliche Mietsektor und Teile des politischen Spektrums würden sich verstärkt auf private Eigentümer und Vermieter einschießen und ihnen für vermeintliche wie reale Fehlentwicklungen im Wohnungsbereich unreflektiert den Schwarzen Peter zuschieben. Um weitere, drohende Regulierungen abzuwenden, hat die Interessensvertretung jetzt eine inhaltlich klare wie eindeutige Resolution verabschiedet.

Frauen sind nicht nur in der Politik stark unterrepräsentiert – auch im Wohnbau zählen sie nach wir vor zu einer Minderheit. Vertreterinnen der gemeinnützigen Wohnungswirtschaft, die sich auf Initiative der ARGE Eigenheim formieren, wollen hier nun verstärkt gegensteuern. Ihr Motto: „Mehr „Frauen-Power“ für den Wohnbau.

Die Ö-Norm B1300 „Objektsicherheitsprüfungen für Wohngebäude“ aus dem Jahre 2012 definiert bauliche Voraussetzungen, die mehr Sicherheit in Mietshäusern gewährleisten soll. 2014 wurde das Bauwerksbuch eingeführt. Mit dem Ziel, die Verpflichtung zur Instandhaltung (noch) bewusster und darüber hinaus für die Behörde kontrollierbar zu machen: Beides sorgt noch immer für Verwirrung. Aufklärungsarbeit will jetzt die Archinoa ZT GmbH leisten. Deren Mastermind, Johann Kaiser, lädt am 18. Mai mit einer illustren Rechtsexpertenrunde zum Vortrag "Der Weg aus der Haftung" ins Palais Coburg.

Der Grundlagen-Almanach aus der Feder des Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsunternehmen TPA ist publiziert: Zusammengefasst werden in der kostenfreien Broschüre, die mittlerweile seit 1996 erscheint, allen immobilienrelevanten steuergesetzlichen Neuerungen. Erhältlich ist die Neuauflage auf Deutsch und Englisch.

Der Ruf nach dem Bestellerprinzip bei Maklern, in Deutschland seit 2015 in Kraft, wird auch hierzulande immer lauter. Zuletzt forderte Kanzleramtsminister Thomas Drozda eine Neuregelung nach dem Vorbild der Nachbarn. Der Fachverband der Immobilientreuhänder erteilt diesem Ansinnen weiter eine klare Absage und kontert mit einer Umfrage von marketagent.com. Demnach seien die heimischen Kunden mit den Maklerleistungen sehr zufrieden. Ihre Conclusio: Ein Systemwechsel würde Wohnen verteuern und gleichzeitig Arbeitsplätze in der Branche gefährden.

Laut Bundeskammer der Ziviltechniker droht den heimischen Klein- und Mittelbetrieben durch das kommende Bundesvergabegesetz Ungemach. Ihre Befürchtung: Die darin enthaltenen Änderungen würden das Bestbieterprinzip aushöhlen – auf Kosten der Qualität. Deshalb sei die Politik dringlichst in die Pflicht zu nehmen.

Mit mittlerweile schöner Regelmäßigkeit kündigt die Politik ein Ende des Reformstaus ab. Davon solle auch die Immobilienwirtschaft profitieren, wie es zuletzt nicht nur aus dem Bundeskanzleramt hieß. Auf ein Ende der Ankündigungspolitik hofft einmal mehr der Österreichische Verband der Immobilienwirtschaft, der bei der gestern abgehaltenen Kick-off-Pressekonferenz zum Jahr 2017 seinen Forderungskatalog präzisierte. Geschäftsführer Anton Holzapfel und Präsident Georg Flödl (Bild): Die Baustellen sonder Zahl müssten endlich angegangen werden.