Einbruch! Das ist jetzt zu tun

Die Tür aufgebrochen, die Wohnung durchwühlt und die Wertgegenstände weg – ein Einbruch bedeutet für die Opfer nicht nur finanziellen Schaden, auch seelisch kann solch ein Ereignis sehr belasten. Hie eine Checkliste, was nach einem Einbruch zu tun ist.

Wenn es die Einbrecher trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und Sicherungsschutz ins Haus oder in die Wohnung geschafft haben, sind der Schaden und der Schock groß. Zu wünschen ist diese Situation niemandem, doch es ist wichtig zu wissen, was in einem solchen Moment zu tun ist – und was Sie besser vermeiden sollten.

  1. Sie kommen gerade nach Hause und die Tür steht aufgebrochen offen? Gehen Sie vorsichtshalber ein paar Schritte zurück und bringen Sie sich in Sicherheit. Versuchen Sie nicht den Täter zu stellen! Rufen Sie über Ihr Handy die Polizei. Im Idealfall können Sie die Haustür aus sicherer Entfernung im Auge behalten, um eventuell flüchtende TäterInnen zu beobachten. Ihre Hinweise können der Polizei wichtige Informationen zur Ergreifung der EinbrecherInnen führen.
  2. Sobald die Wohnung sicher ist, sollten Sie vorsichtig die Räumlichkeiten abgehen und sich einen Überblick verschaffen. Verändern Sie zunächst einmal nichts, sondern dokumentieren Sie mit einem Fotoapparat oder der Handykamera den entstandenen Schaden. Sowohl das vorhandene Chaos als auch Einbruchsspuren oder sonstige Beschädigungen sollten festgehalten werden.
  3. Erstellen Sie mithilfe der Polizei eine sogenannte "Stehlgutliste". Was wurde gestohlen und was wurde beschädigt? Gemeinsam mit dem Aktenzeichen der Strafanzeige geht diese Liste an die Versicherung. Selbstverständlich ist es hilfreich, wenn Sie sich zuvor eine Inventarliste über Ihren Besitz angefertigt haben (mitsamt Fotos). Denn meistens haben wir selbst kaum noch Überblick, was wir alles besitzen – oder mittlerweile aussortiert haben.
  4. Ist der Schaden groß, kann es sein, dass die Versicherung einen Gutachter bei Ihnen vorbeischickt. Die gröbsten Posten (neues Schloss, neues Fenster, neuer Computer etc.) müssen Sie natürlich sofort ersetzen. Heben Sie unbedingt die Belege dafür auf.
  5. Veranlassen Sie bei Verlust von Sparbüchern, Wertpapieren, EC-Karten/Kreditkarten oder Mobiltelefon sofort deren Sperrung. Die nötigen Telefonnummern sollten Sie griffbereit in Ihren Unterlagen abgeheftet haben.
  6. Nachdem alles Sachliche abgeklärt ist, vergessen Sie nicht, sich auch um Ihr persönliches Befinden zu kümmern. Selbst, wenn es zunächst scheint, dass Sie gut mit dem Einbruch umgehen können. Sprechen Sie mit Bekannten über das Erlebte oder suchen Sie sich professionelle Hilfe bei Opferschutzverbänden. Geschulte Seelsorger können mit solchen psychischen Belastungen weit besser umgehen als der Freundeskreis, der sich schnell zu beruhigenden Floskeln hinreißen lässt.  
  7. Nachdem der Einbruch von Ihnen und der Polizei dokumentiert wurde, kann es hilfreich sein, die Wohnung gründlich zu reinigen – besonders die durchwühlte Kleidung und Wäsche. So „waschen“ Sie bestenfalls die Täter einfach aus der Wohnung und Ihrer Privatsphäre.
  8. Bei körperlichen Beschwerden (Schlafmangel, Herz-Kreislaufstörungen oder Magen-Darm-Symptomen) zögern Sie nicht, Ihren Hausarzt zu konsultieren. Schildern Sie ihm die Ereignisse. Ein verantwortungsvoller Arzt sollte Ihnen eher pflanzliche und regenerative  Arzneien verschreiben, da die Ursachen für Ihr Leiden wohl psychosomatischer und nicht organischer Natur sind.
  9. Natürlich macht es Sinn, sich noch einmal genauer mit Ihrem Einbruchschutz zu beschäftigen, denn schließlich kamen die Einbrecher irgendwie in Ihr Zuhause. Dennoch: Machen Sie aus Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung jetzt keine Festung. Das schürt nur umso stärker Ihre Angst.

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Datum: 08.06.2017

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