Gauß-Krüger-Projektion: Katastralvermessung weiterentwickelt

Es wurde eine neue Blatteinteilung erforderlich, bei der ein Triangulierungsblatt durch parallele Linie unterteilt wird. Das Grundkartenwerk der Landesaufnahme wurde ebenfalls den Netzlinien der Gauß-Krüger-Projektion der neuen Blattteilung angepasst.

Neuvermessung

Im Jahre 1921 wurde in Österreich für die Katastralvermessung und für die neue topographische Landesaufnahme die "Gauß-Krüger-Projektion" eingeführt. Das ist eine konforme, winkeltreue Abbildung des Erd-Ellipsoides von Bessel, wobei ein Meridian längentreu in die x-Achse eines ebenen kartesischen Koordinatensystems abgebildet wird. Dadurch wurde eine neue Blatteinteilung erforderlich: ein Triangulierungsblatt wird durch parallele Linie in acht Längs- und zehn Querstreifen unterteilt, wodurch 80 Rechtecke entstehen. Dieses Rechteck ist der neue Rahmen eines Mappenblattes mit Maßstab 1 : 2.000. Das Grundkartenwerk der Landesaufnahme wurde ebenfalls den Netzlinien der Gauß-Krüger-Projektion der neuen Blattteilung angepasst. Für Österreich ist der Nullmeridian im Gegensatz zu allen anderen Ländern nicht Greenwich, sondern Ferro (auf der Höhe der Azoren), weil sich so ein Meridiansprung für das Land vermeiden lässt.

Gauß/Krüger-Projektion

Beim sogenannten Gauß-Krüger-System handelt es sich um ein 1830 von C.F. Gauß entwickeltes Abbildungsverfahren, das 1912 von L. Krüger als zusammenhängende Darstellung weiterentwickelt worden ist. Dabei wird die Erdoberfläche in einzelne Meridianstreifen von 3° Längenunterschied zerlegt, die jeder für sich als Ebene abgebildet wird. Der Nullmeridian wurde international vereinbart und ist der Meridian, der durch die Sternwarte der Ortschaft Greenwich bei London verläuft. Für die Zählung der Rechtswerte (östlich von Greenwich) wählte man die Meridiane 3°, 6°, 9°, 12°, 15°, 18°, 21° als Mittelmeridiane wobei diese Mittelmeridiane die x-Achse im System darstellen. Um sie zu kennzeichnen, gab man den Bezugsmeridianen von 3° bis 21° die Kennziffern 1 bis 7 und einen Zuschlag von 500 000 m, um für die westlich vom Mittelmeridian liegenden Orte negative Werte zu vermeiden. Der Äquator bildet die y-Achse und ist der Nullpunkt für die Hochwerte. Die Hochwerte geben daher gleichzeitig den Abstand eines Punktes vom Äquator an.

GPS-System

Seit 1995 wird relatives GPS zur zentimetergenauen Bestimmung der Lage und Höhe eingesetzt. Das Global Positioning System für kommerzielle Zwecke (im Gegensatz zu militärischen Anlagen) besteht aus 24 Satelliten, die in 6 einander um 120 Grad versetzten Bahnen um die Erde kreisen. Ein Empfänger kann nun aus der Laufzeit, die diese Signale vom Sender bis zur Antenne benötigen, seine Position berechnen. Hat er vier Satelliten empfangen, so kann er durch eine genaue Schnittpunktberechnung seine Position in geografischer Länge, Breite und seine Höhe bestimmen (Bestimmung aus Laufzeit-Differenz).


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Datum: 11.09.2010

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