Massiv-, Leicht- oder Fertigbau? Bauweisen im Überblick

Sie wollen also ein Haus bauen? Die erste große Entscheidung, nach dem wo, ist dann wohl das wie. Sprich, in welcher Bauweise sollen Ihre künftigen vier Wände erstellt werden? Massiv, als Leichtbau oder in Fertigbauweise? Wie haben alle Vor- und Nachteile für Sie!

Für welche Bauweise Sie sich entscheiden, ist eine ganz persönliche Angelegenheit und hängt neben individuellen Vorlieben und Vorstellungen auch von finanziellen Aspekten ab. Es gibt keine allgemeingültige Regel dafür, welche Bauweise besser oder schlechter ist. Es gibt nur die für Sie am besten geeignete. Und die ist immer von Ihren Bedürfnissen und Möglichkeiten abhängig. Finden Sie hier einen Überblick über die Charakteristika der verschiedenen Bauweisen, je nach verwendetem Baustoff und Ausführungsart.

 

Die Massivbauweise

Köberl © Köberl

Wie das Wort schon sagt, steht Massivbau für eine massive Bauweise. Gemeint sind alle Baukonstruktionen, die aus Mauerwerk, Beton, Stahlbeton oder Spannbeton errichtet werden. Die eingesetzten Baustoffe – Ziegel, Kalksandstein, Porenbeton, Blähtonstein oder Leichtbeton - sind mineralisch und, da in unseren Breitengraden natürlich vorkommend, auch perfekt für unsere Klimabedingungen geeignet. Massive Bauwerke sind Konstruktionen, bei denen keine Trennung zwischen tragender und raumabschließender Funktion existiert. Sie sind sehr langlebig und wertbeständig.

In der Praxis werden heute auch Massivhäuser aus Fertigteilen innerhalb kurzer Bauzeit (4 bis 6 Monate) erstellt. Der Unterschied zu den „echten“ Fertighäusern liegt jedoch darin, dass die verwendeten Baumaterialien in der Regel schwerer sind als bei Fertighäusern.

Vorteile der Massivbauweise

  • Lange Lebensdauer
  • Hohe Wertbeständigkeit
  • Sehr guter Schallschutz
  • Besserer Temperaturausgleich
  • Hohe Flexibilität durch gemauerte Wände
  • Kaum Wettereinflüsse
     

Die Leichtbauweise

Postl Holzbau GmbH © Postl Holzbau GmbH

Der Grundbaustoff für den Leichtbau ist Holz. Die Außenwand besteht im Wesentlichen aus einer tragenden Holz-Ständerkonstruktion, auch Holzrahmen- oder Holzriegelbau genannt, die mit Dämmstoff ausgefüllt und an der Innenseite mit Holz- oder Gipskartonplatten beplankt wird. Der größte Vorteil der Leichtbauweise ist, dass industriell vorgefertigt werden kann und sich dadurch die Bauzeit verkürzt. Einen kleinen Unterschied gibt es noch zum Holztafelbau, bei dem die Wandkonstruktion Holz/Dämmstoff/Holz bereits komplett vorgefertigt werden kann, während eine Beplankung mit Gipskarton- oder Gipsfaserplatten erst auf der Baustelle vorgenommen wird.

Übrigens: Holz ist ein heimischer, nachwachsender Rohstoff, der mit wenig Energie- und Transportaufwand belastet ist, also eine gute CO2-Bilanz aufweist. Dies gilt allerdings nur für einheimische Anbieter. Kommt das Haus aus dem Ausland, löst sich dieser Aspekt wieder in Luft auf.

Vorteile Leichtbauweise

  • Hoher Vorfertigungsgrad
  • Geringe Wanddicken
  • Schnelle Bauzeit
  • Hohe Flexibilität durch gemauerte Wände

Die Fertigbauweise

Haas Fertigbau © Haas Fertigbau

Der Unterschied zwischen einem massiven Fertighaus und einem schlüsselfertigen Massivhaus ist heute deutlich geringer, als vor einigen Jahren. Der umgangssprachliche Begriff "Fertighaus" ist nicht genau definiert, in der Bauindustrie spricht man von der Fertigbauweise, die sich vor allem im Vorfertigungsgrad unterscheiden lässt. Dieser ist je nach Konstruktionsweise variabel. Zunehmend werden auch im Massivbau vorgefertigte Elemente wie Decken oder Wandelemente verwendet.

Vorteile Fertigbauweise

  • Technisch ausgereifte, hochwertige Produkte
  • Kurze Bauzeit
  • Fixpreisgarantie
  • Garantie auf das komplette Bauwerk
  • Fertighausparks

Das Baumeisterhaus

LianeM/shutterstock.com © LianeM/shutterstock.com

ist das klassische Gegenstück zum Fertighaus quasi. Der Baumeister übernimmt als Generalunternehmer die Fertigstellung des kompletten Gebäudes. Wie dieses aussehen wird, wieviel Sie selber machen oder wo das Material gekauft wird, entscheiden Sie als Bauherr aber selbst. Die Kosten für ein Baumeisterhaus müssen nicht zwangsläufig höher sein. Ein professioneller Baumeister hat einen guten Pool an Handwerkern zu Verfügung, mit denen er auch entsprechende Preisvorteile aushandeln kann. Es empfiehlt sich aber trotzdem eine sehr genaue Kostenrechnung.

Vorteile Baumeisterhaus

  • Fixpreise für die gesamte Leistung möglich
  • garantierte Bauzeit kann vereinbart werden
  • Korrekturen während der Bauphase immer möglich
  • viel Eigenleistungspotential
  • Baumeister als kompetenter Ansprechpartner inklusive Gewährleistungsaufsicht


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Datum: 19.05.2016

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