Tapezieren wie der Profi. So geht's!

Designer wie Michalsky oder Lars Contzen entwerfen sie und im Netz gibt es inzwischen ganze Shops, die sich ausschließlich der Tapete widmen. Wir sagen Ihnen, wie man die Dinger an die Wand kriegt.

Je besser der Untergrund, umso besser und länger hält die Tapete. Eine ordentliche Vorbereitung ist daher das A und O. Bevor Sie starten, müssen alte Tapeten oder Farben bzw. Lacke von der Wand entfernt werden! Sobald der Untergrund fertig vorbereitet ist, kann mit dem Tapezieren begonnen werden.

Wieviele Bahnen braucht's?

Die Rollenanzahl ergibt sich, wenn Sie den Raumumfang mal der Raumhöhe multiplizieren und durch fünf teilen. Fenster- und Türflächen sind hier als Wandfläche mit zu rechnen. Bewahren Sie immer einen Tapetenrest auf, um später eventuelle Beschädigungen leicht beheben zu können. Für groß gemusterte Tapeten ist der Verschnittzuschlag übrigens höher anzusetzen.

Welcher Kleister für welche Tapete?

Die Wahl des Klebers richtet sich nach der Art der Tapete. Besonders dünne und leichte Tapeten werden mit dünnem Kleister geklebt, während man für schwerere Ausführungen dick angerührten Klebstoff benötigt. Besonders wichtig ist es, das Kleisterpulver klumpenfrei in kaltes Wasser einzuschlagen. Nach etwa einer halben Stunde ist der Kleister gebrauchsfertig. Wie Sie auch im Fachhandel erfahren können, sind bei bestimmten Tapetensorten, zum Beispiel Rauhfaser, Prägetapeten, Vinyl oder Gewebetapeten, Spezialkleister zu verwenden. Für den Zuschnitt rechnen Sie jeweils die Wandhöhe plus etwa zehn Zentimeter, bei gemusterten Tapeten achten Sie auch unbedingt immer auf die Länge des Musters, also den Rapport.

Jetzt geht's ans Tapezieren

Schritt 1: Legen Sie die zugeschnittenen Bahnen auf den Tapeziertisch.

Schritt 2: Tragen Sie den Kleister bis zum Rand der Bahnen hin mit einem Quast satt auf. Achtung: bei Metall- und Vliestapeten wird der Kleister direkt auf die Wand aufgetragen!

Schritt 3: Einweichen lassen! Dafür falten Sie die Bahnen von links und rechts in die Mitte. Schlagen Sie auch eine etwa zwei Zentimeter breite Greifkante auf einer Seite ein. Informieren Sie sich genau über die veranschlagte Einweichzeit bei den verschiedenen Tapeten. Normalerweise dauert das 10 bis 15 Minuten.

Schritt 4: Bevor die erste Bahn angeklebt wird, sollten Sie eine trockene Bahn an die Wand anlegen und mit einem Bleistift die Außenkante nachziehen. Dann kann die erste Tapete genau dieser Linie entlang angeklebt werden. Wichtig ist auch, immer „mit dem Licht“ – also vom Fenster weg – zu arbeiten. So werfen eventuelle Bahnenüberlappungen später keine Schatten.

Schritt 5: Um Blasenbildung zu vermeiden, drücken Sie die Bahn von oben nach unten und von der Mitte auswärts an. Arbeiten Sie mit der Tapezierbürste nach. Bei Gewebetapeten nehmen Sie eine Andruckwalze aus Moosgummi.

Schritt 6: Ab nun werden die Bahnen auf Stoß, also so, dass sich die Kanten gerade berühren, geklebt. Kleisterflecken können sofort mit einem feuchten Schwamm entfernt werden. An den Leisten überstehende Tapetenteile markieren Sie zuerst mit dem Rücken einer Schere und schneiden sie dann ab.

Und was ist mit den Ecken?

Geht es an die Ecken, muss wieder gemessen werden. Nehmen Sie den Abstand der letzten geklebten Bahn bis hin zur Ecke. Schlagen Sie noch einen Zentimeter drauf, denn mit der nächsten Bahn müssen Sie über die Ecke hinauskommen. Nachdem die Bahn in der richtigen Breite zugeschnitten wurde, wird die Tapete wie bisher nach links ausgerichtet verklebt. Wichtig ist vor allem, dass die Bahn in der Ecke faltenfrei eingepasst wird. Entstehen doch Falten, müssen diese sofort eingeschnitten und übereinander geklebt werden. Der Reststreifen wird entlang einer lotrechten Anschlaglinie ausgerichtet. Diese sollten Sie zuvor mit Bleistift und Lineal konstruieren. Passen Sie hier bitte gut auf, dass der Reststreifen geradlinig angeklebt wird, immerhin werden alle weiteren Bahnen dieser Wand dann nach der besagten Tapetenbahn ausgerichtet.


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Datum: 17.11.2017

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