Maklerprovision: Wie viel MaklerInnen kosten dürfen

Das MaklerInnengesetz in Österreich sieht klare Regelungen und Obergrenzen für die Provisionen für Kaufverträge und Mietverträge vor. Wieviel MaklerInnen maximal kosten dürfen, erfahren Sie hier.

 

Abhängig von den regionalen Usancen für private ImmobilienmaklerInnengeschäft, wird die Provision

  • zwischen KäuferIn und VerkäuferIn geteilt (meist zu gleichen Teilen)
  • ausschließlich von VerkäuferIn getragen
  • ausschließlich von KäuerIn getragen

Die Provision, die für den Verkauf Ihrer Wohnung für Sie anfällt, wird in der Branche als Innen-Provision, die der KäuferInnen als Außen-Provision bezeichnet. Eine vollständige Innen-Provision hat die Vorteile, dass die Immobilie ohne zusätzliche Maklerprovision für die KäuferInnen angeboten werden kann (also faktisch im Kaufpreis berücksichtigt ist) und die KäuferInnen insofern im Rahmen der Immobilienfinanzierung geringere schwer fremdfinanzierbare Erwerbsnebenkosten haben.

In seltenen Fällen wird zwischen VerkäuferIn und MaklerIn eine Mehrerlösvereinbarung getroffen. Hierbei wird neben einer Provision zusätzlich bei Überschreitung eines bestimmten Kaufpreises der Mehrerlös zwischen MaklerIn und VerkäuferIn nach einem bestimmten vorher vereinbartem Muster aufgeteilt.

Provisionen für Immobilienverkäufe

MaklerInnen, die bei einem Immobilien(ver)kauf vermitteln, treten in einer Doppelfunktion auf. Das heißt, dass sowohl VerkäuferInnen als auch KäuferInnen eine Provision zu zahlen haben. Das Gesetz gibt beim Immobilienverkauf eine Obergrenze der Provision vor, die sich nach dem Kaufpreis der Immobilie richtet. Die Provision erhöht sich dann noch um die gesetzliche Mehrwertsteuer von 20 %. Hier die genauen Zahlen, die seit 1. September 2010 in Österreich gesetzlich festgelegt sind:

Immobilienpreis

Maklerprovision

bis 36.336,42 Euro

4 % des Verkaufspreises

von 36.336,42 Euro bis 48.448,51 Euro

1.453,46 Euro

über 48.448,51 Euro

3 % des Verkaufspreises

Provisionen für Mietverträge

Bereits seit September 2010 ist die maximale Höhe der Provisionen in Österreich gesetzlich genau geregelt. Folgende Bestimmungen gelten hierbei: Bei einer Mietdauer bis drei Jahre darf die Provision nicht über eine Monatsmiete hinausgehen, bei Mietverträgen über drei Jahren bzw. unbefristet sind maximal zwei Monatsmieten erlaubt. Von den VermieterInnen können MaklerInnen übrigens bis zu drei Monatsmieten verlangen. Ist der Makler zugleich Verwalter der gemieteten Wohnung, darf nur eine Monatsmiete an Provision verrechnet werden.

Und wenn der Vertrag verlängert wird?

Bei einer Mietvertragsverlängerung oder dem Übergang in ein unbefristetes Mietverhältnis dürfen MaklerInnen eine so genannte Ergänzungsprovision bis zur Höhe des Höchstbetrages der gesamten Vertragsdauer berechnen diese darf eine halbe Monatsmiete aber nicht übersteigen.


AutorIn:

Datum: 20.06.2016

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  • CBJ1985 schrieb am 26.07.2016 01:10:31

    Meine Frau und ich haben einen Mietvertrag abgeschlossen und sind leider etwas spät draufgekommen, dass im ursprünglichen Exposé des Maklers von einer Provision in Höhe von 2 Bruttomonatsmieten die Rede ist. Nun will er aber letztendlich 3 Bruttomonatsmieten (bei einer auf 10 Jahre befristeten Wohnung). Ist dies überhaupt rechtens und kann man als Mieter dagegen vorgehen?

  • Sabine schrieb am 18.07.2016 12:10:40

    Heißt das, bei einer Maklergebühr von 3% beim Kauf einer Immobilie, dass sowohl Käufer als auch Verkäufer jeder 3% zahlen oder jeder 1,5%?

    • Veronika schrieb am 18.07.2016 12:15:29

      Hallo, jede der Parteien, also VerkäuferIn und KäuferIn, zahlt 3 %. Die hier angegebenen Werte sind die Maximalwerte, die MaklerInnen von beiden Seiten verlangen dürfen.

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