Hilfe, ein Wasserschaden!

Ob Wasserrohrbruch oder Hochwasser, laut Statistik ist jedes Gebäude alle 20 Jahre einmal von einem größeren Feuchteschaden betroffen. Welche Sofortmaßnahmen ergriffen werden müssen und wie nachhaltig saniert wird.

Sie haben einen Wasserrohrbruch oder durch äußere Umstände kam es zu einer Überflutung eines oder mehrerer Ihrer Räume? Dann müssen Sie jetzt ganz schnell handeln! Ein Wasserschaden, egal welcher Ursache, muss immer so rasch wie möglich behoben werden, nicht zuletzt, um keine Probleme mit der Versicherung zu bekommen. Je rascher Sie reagieren (lassen), umso eher kann aber natürlich auch die Einrichtung oder das Gebäude selbst erhalten bleiben. Zu diesen Sofortmaßnahmen gehören unter anderem:

  • Entfernung (Absaugen, Abpumpen) von stehendem Wasser
  • Auslagerung aller betroffenen Gegenstände
  • Beseitigung von Schlamm, Erde und Schutt
  • Senken der Luftfeuchte durch Entfeuchtungsgeräte zur Senkung der Korrosionsgefahr
  • Bei Wasserschaden im Winter: Beheizung der Räume, damit nichts friert (v.a. Mauern)
  • Grobe Erstreinigung der Gegenstände

Trocknung der Bauteile

Bevor es an die Trocknung geht, müssen nasse Boden- und Wandbeläge abgetragen werden. Hat sich Wasser in der Dämmschicht von Böden oder Wänden angesammelt, muss auch dieses abgesaugt werden, um die Trocknungszeiten zu verkürzen. Dafür benötigen Sie ein spezielles Vakuum-Gerät, welches das Wasser und feuchte Luft nach draußen pumpt. Die Trocknung selbst kann auf verschiedene Weise und mit unterschiedlichen Geräten und normalerweise durch den Profi erfolgen.

Natürliche Trocknung: Sie funktioniert nur bei kalter Außenluft. Lassen Sie die kalte Luft in die betroffenen, feuchten Räume und heizen Sie diese gleichzeitig. Mit der Erwärmung der Luft nimmt die kalte Außenluft die Feuchtigkeit der nassen Oberfläche auf. Ist die Luft „satt“, wird sie mittels Stoßlüftung einmal pro Stunde wieder nach draußen geführt. Ventilatoren unterstützen die natürliche Trocknung. Achtung: durch Heizen alleine werden Sie keine Erfolge bei der Trocknung haben, da ein Überdruck entsteht und die Feuchtigkeit noch weiter in die Bauteile eindringt.

Künstliche Trocknung: Einerseits kann mittels Kondensation und andererseits mittels Adsorption getrocknet werden. Kondenstrockner kühlen die Raumluft ab und entziehen ihr so die Feuchtigkeit. Diese wird in Behältern aufgefangen und müssen regelmäßig entleert werden. Adsorptionstrockner hingegen erzeugen dank Trocknungsmittel sehr trockene Luft und geben diese in den Raum ab. Zeitgleich wird die feuchte Raumluft ins Freie geblasen.

Infrarot oder Mikrowellen

Ebenfalls möglich ist die Trocknung mittels Infrarot . Sie erfolgt über Platten, welche die betroffenen Stellen anstrahlen. Das dort befindliche Wasser wandelt die Infrarotenergie in Wärme um und leitet die Feuchtigkeit nach draußen an die Bauteiloberfläche, wo es schließlich verdampft. Von dort wird sie dann mittels Adsorption oder Entfeuchtung nach draußen befördert. Infrarottrocknung ermöglicht laut Trocknungsprofis eine rasche, ungefährliche Trocknung bis in die Tiefe und eignet sich sogar für Holz.

Auch mit Hilfe von Mikrowellen können Sie nach einem Wasserschaden nachhaltig sanieren. Diese elektromagnetischen Wellen können in die meisten Materialien eindringen und dort mit Hilfe vorhandener Feuchtigkeit Wärme erzeugen. Das Prinzip kennen wir alle vom Mikrowellenherd. Mikrowellenerwärmung erfolgt vom Inneren ins Äußere und die Feuchtigkeit bewegt sich (verdampfend und kondensierend) in Richtung Bauteiloberfläche um dort, wie bei der Infrarottrocknung auch, zu verdampfen. Wiederum wird diese feuchte Luft dann mittels Adsorption oder Kondensation aus dem Raum gebracht.


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Datum: 12.01.2016

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