„Richtig Bauen“ – Tipps vom Profi

Das beste Material, die passende Architektur, das sparsamste Energiesystem – so ein Hausbau wirft viele Fragen auf. Immer gut, wenn Sie es da mit einem Profi zu tun haben, der beim Projekt mit Wissen und Können zur Seite steht.

So ein Haus baut man nur einmal – im Normalfall. Wir haben uns mit einem absoluten Profi unterhalten und erfahren, welche Dinge jeder Bauherr und jede Baufrau unbedingt beachten und einhalten sollte, damit das Hausbauprojekt ein Erfolg wird.

Herr Zatl, was ist Ihrer Meinung ein großer Fehler, den BauherrInnen im Laufe ihres Neubauprojektes – von der Planung bis zur Realisierung immer wieder machen.

Zatl: Häufig konzentrieren sich die künftigen BauherrInnen von Beginn an auf Design, Raumplanung und die technischen Möglichkeiten. Die Materialien selbst spielen dabei eine untergeordnete Rolle oder bleiben gleich ganz auf der Strecke. Mein Tipp: Erkundigen Sie sich bei jedem Material – vom Holzwerkstoff bis zur Wandfarbe über die ausgewiesenen Emissionswerte. Die eingesetzten Materialien beeinflussen das spätere Raumklima maßgeblich, Sie sollten hier also in Ruhe und mit Zeit entscheiden.

Oft mangelt es den BauherrInnen ja gar nicht an Information, sondern schlicht am Geld, um bestimmte Dinge bestmöglich umzusetzen. Was können Sie bei Ebbe am Baukonto raten?

Zatl: Ja das stimmt, nicht immer ist jeder Wunsch im Rahmen des Budgets umsetzbar. Aber wenn Sie spätere Ergänzungen – etwa bei der Energieversorgung – von Beginn an einplanen, fallen nur geringe Kosten bei der Verlegung von Rohren oder Leitungen an.

Worauf sollten zukunftsorientierte BauherrInnen Ihrer Meinung nach heute keinesfalls verzichten?

Zatl: Ganz klar, die Kraft der Sonne! Photovoltaik trägt zur Unabhängigkeit und Reduzierung der laufenden Betriebskosten bei. Das Wichtigste dabei: Die Energie muss gespeichert werden können. Ausschlaggebend dafür ist das Vorhandensein eines 3fach-Wechselrichters!

Und beim Bauen direkt? Welchen Profitipp haben Sie für die Baustelle an sich?

Zatl: Achten Sie auf eine saubere Baustelle! Sie ist nicht nur der Grundstein für eine gute Nachbarschaft, sie trägt auch viel zu einem späteren, guten Raumklima bei. Nur ein kleines Beispiel: Bei Schillerbau wird nach der Estrichverlegung der gesamte Boden mit einem Industriestaubsauger gereinigt. Diese einfache Maßnahme reduziert den späteren Hausstaub ganz wesentlich. Auch kann ich nur raten, ab dem Einbau der Fenster im Innenbereich nicht mehr zu rauchen oder Materialien in den Räumen zuzuschneiden! Nur so können Sie Schadstoffe von Beginn an vermeiden bzw. stark reduzieren.


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Datum: 15.12.2016

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