Home Staging: Eine Fee stellt um

Wohnfee Yvonne H. Werginz richtet Wohnungen für den Verkauf temporär neu ein und versucht, den besonderen Charakter eines Raumes zu erfassen und zur Geltung zu bringen. Zu ihren Kunden zählen hauptsächlich Bauträger und Makler.

G. Rabitsch © G. Rabitsch

Küche: Vorher

Jeder Makler kennt die Situation: Die Wohnung wäre ja ganz hübsch, die gelbe Blümchentapete und der dunkle Teppichboden trüben jedoch das Erscheinungsbild. An der Wand noch ein röhrender Hirsch und der Wohnungssuchende sucht entsetzt das Weite. Ein klarer Fall für Home Staging und Wohnfee Yvonne H. Werginz, die Wohnungen für den Verkauf temporär neu einrichtet bzw. nach eigenen Worten "inszeniert".

G. Rabitsch © G. Rabitsch

Die Dummy-Küchenzeile macht deutlich: Hier wird gekocht.

Verkaufsfördernde Attraktivitätssteigerung

In den USA ist Home Staging bereits seit den 1970er Jahren ein Begriff. Nun etabliert sich die Methode auch in Österreich. Unter Home Staging versteht man die verkaufsfördernde Attraktivitätssteigerung einzelner Räume oder einer kompletten Immobilie. Werginz geht es dabei keineswegs um bloße Dekoration oder gar das Kaschieren etwaiger Mängel. Sie versucht, den besonderen Charakter eines Raumes zu erfassen und zur Geltung zu bringen.

"Die letzte Immobilie war zwei Jahre in Graz am Markt", erzählt Werginz aus dem Nähkästchen. "Nachdem ich sie mir vorgenommen hatte, wurde sie innerhalb sechs Wochen verkauft – und zwar an jemanden, der sie schon zwei Jahre vorher besichtigt und abgelehnt hatte".

Kosten: Ein bis zwei Prozent des Verkaufswerts

Mit was für Kosten muss man rechnen? "Für zwei Tage Home Staging verrechne ich umgerechnet rund ein bis zwei Prozent des Verkaufswert", sagt Werginz, zu deren Kunden hauptsächlich Bauträger und Makler und noch kaum Private zählen: "Ich bin noch damit beschäftigt, Staging in die Köpfe der Leute zu kriegen".

Dummy-Küchenzeile aus Pappe

Auch für Wohnungskäufer bietet Home Staging Vorteile: Das Potenzial wird anschaulich vermittelt, der Interessent ist besser in der Lage, sich die Wohnung oder das Haus als sein zukünftiges Heim vorzustellen. Ein Schlafzimmer wird viel realer wenn ein Bett darin steht, eine Küche braucht eine Küchenzeile, auch wenn sie nur ein Dummy aus Pappe ist.

"Keine Mängel verstecken"

"Ein leerer Raum ist leichter zu bestücken. Passendes Leihmobiliar, Accessoires, Beleuchtung oder ein entsprechendes Farbkonzept unterstützen die Vorstellungskraft des Interessenten", so Werginz. "Kompliziert wird es bei möblierten und bewohnten Objekten, in denen der individuelle Stil der ehemaligen Bewohner zu stark präsent ist". Werginz reduziert dann gezielt persönliche Elemente, wie Fotos, Gemälde oder Tapeten und ergänzt mit neutralen, Struktur schaffenden Komponenten. Im obigen Beispiel würde also der Hirsch rausfliegen, ein heller Teppichboden den dunklen überdecken und die Blümchentapete mit farblich passenden Accessoires ergänzt werden. Werginz' Ehrenkodex: "Wir verstecken keine Mängel, wir lenken nur den Blick".


AutorIn:

Datum: 26.04.2012

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie jetzt den Newsletter von wohnnet

Beitrag schreiben

Weitere Artikel aus Marketing

Mit unserem einzigartigen Service erreichen Sie noch mehr Interessenten. Die Facebook-App von wohnnet.at spielt Ihre inserierten Objekte automatisch in die innovative Immobiliensuchmaschine. Ganz ohne Mehraufwand oder zusätzliche Kosten!

Videos sind spannende Tools für Werbung und Verkauf. Auch Makler oder Bauträger können von der realistischen Darstellung ihrer Objekte profitieren. Gewinnen Sie jetzt das Praxishandbuch „Die kleine Videofibel“.

Architekten sind Schnittstelle zwischen Industrie und Endkonsumenten. Das macht sie zu einer beliebten Zielgruppe für Hersteller, die mit gezielten Marketing-Aktivitäten um die Gunst der Kreativen buhlen.

Bei der Premiere der com:bau in Vorarlberg präsentierten sich 160 Aussteller vor rund 9.500 Besuchern. Rund 80 Prozent des Messepublikums hat ein Bauvorhaben, ebenso viele wollen auch im nächsten Jahr bei der Baumesse dabei sein.

Mit Immomagine sind virtuelle Besichtigungen von Bestandsimmobilien ebenso wie von Planungsobjekten möglich. Im Showroom in Wien sorgt ein 13 Meter langer und 2,5 Meter hoher, 300°-Bildschirm für realitätsnahe Eindrücke.

Die kleine Vorarlberger Gemeinde Krumbach hat mit einem spektakulären Architekturprojekt unter dem Titel "Bus:Stop Krumbach" von sich Reden gemacht. Nun heimste die zuständige PR-Agentur den Staatspreis für PR ein.

Reed Exhibitions lanciert eine neue publikumsoffene Immobilienmesse: Die "SIM - Salzburger Immobilienmesse". Der Event wird im Messezentrum Salzburg während der "Bauen + Wohnen Salzburg" statt finden.

Passivhaus Austria versteht sich als Netzwerk für Informationsaustausch und Qualitätssicherung. Gleichzeitig richtet sich die Vereinigung mit ihren Forderungen - etwa eine strengere Bauordnung - an die Politik.

Der neue Verband Komfortlüftungssysteme Austria (KLA) mit Präsident Jochen Sattelberger will sowohl dem Fachpublikum, als auch dem Endverbraucher zur Seite stehen und Komfortlüftung in Neubau und Sanierung forcieren.