Das Passivhaus- Heizen um 1 Euro?
Der gemessene durchschnittliche Energieverbrauch bei einem Passivhaus liegt bei € 1,- pro m2 Wohnfläche und Jahr. Für ein Einfamilienhaus von 150m2 haben Sie also Heizkosten in der Höhe von € 150,-. Und das ohne Komfortverlust. Passivhäuser sind der Trend.
Noch vor wenigen Jahren galten Häuser, bei denen der Energieverbrauch für die Heizung praktisch keine Rolle mehr spielt, als Utopie. Heute sind europaweit rund tausend Passivhäuser gebaut. Die jährliche Zuwachsrate dieser neuen Bauweise liegt bei 100%. Im Rahmen von Forschungsprojekten wurden rund 200 Mehr- und Einfamilienhäuser aufwändig vermessen. Das Ergebnis: Passivhäuser sind auch in der Praxis wahre Energiesparmeister.
Der geringe Energieverbrauch führt keineswegs zu Komfortverlusten. Ganz im Gegenteil: Durch die hochwärmedämmende Hülle gehört ein Kälteempfinden in der Nähe der Außenwände und Fenster der Vergangenheit an. Passivhausbewohner berichten, dass die Wände wie ein großer Kachelofen angenehm warm "strahlen".
Der Baustil beim Passivhaus ist egal
Passivhäuser sind an keinen bestimmten Baustil gebunden. Sie können Satteldächer, Pultdächer, Tonnendächer etc. haben, sollten allerdings weitgehend kompakt gebaut sein. Die Mehrkosten für die Errichtung liegen zwischen 0% und 10%, abhängig von der gewählten Architektur und den eingesetzten Baumaterialien. Durch attraktive Zusatzförderungen und minimale Energiekosten auf Lebenszeit sind Passivhäuser auch für den Normalverbraucher finanziell äußerst attraktiv geworden.
Gute Wärmedämmung steht an oberster Stelle
Eines der Grundprinzipien des Passivhauses ist die Verlustminimierung. Die durchschnittlichen Dämmstärken der Außenwände betragen 30 cm, im Dach 35-40 cm und
im Fußboden rund 25 cm. Ebenso wichtig wie ein optimaler Wärmeschutz ist eine wärmebrückenfreie Ausführung. Selbst Massivholzbalken einer Wohnzimmerdecke würden - durchgehend ins Freie geführt, um eine Balkonkonstruktion zu halten - eine Wärmebrücke darstellen. Daher werden alle konstruktiven Bauteile entsprechend thermisch getrennt bzw. spezielle "Dämmständer" eingesetzt.