Fertighaus vs. Massivhaus - Vor- und Nachteile im Vergleich

Wer sich den Traum vom Eigenheim erfüllen will, muss vorab eine weitreichende Entscheidung treffen: Massivbau oder Fertighaus? Die Vorteile des Fertighauses liegen auf der Hand: In wenigen Tagen steht das Eigenheim. Doch auch der Massivbau ist für viele zukünftige Bauherren eine interessante Option, gilt er doch als besonders wertbeständig. Wir haben die Vor- und Nachteile gegenübergestellt und klären häufig gestellte Fragen in Bezug auf die beiden Bauweisen.

Langlebig und wertbeständig vs. unkompliziert und flexibel

Der Massivbau ist die traditionelle Bauweise, bei der Stein auf Stein gemauert wird und mit Mörtel eine massive Mauer entsteht. Als Materialien werden Porenbeton, Ziegelstein oder Kalksandstein verwendet. Das Fertighaus hingegen besteht – wie der Name schon sagt – aus vorgefertigten Bauteilen, die am Aufstellungsort innerhalb ein bis zwei Tage zusammengesetzt werden. Diese Grundkonstruktion entsteht in einer trockenen Halle meist als Ständerwerk mit Holzrahmen. Als Dämmmaterial dient beispielsweise Steinwolle und Mineralfasern, den Abschluss bilden dann Gipskartonplatten. Die verwendeten Materialien und der Aufbau der Wände unterscheiden sich je nach Anbieter. Einen Überblick über die verschiedenen Hersteller kann man sich auf fertighausanbieter.at, einem virtuellen Musterhauspark mit über 100 Fertighäusern, verschaffen.

Fertighaus-Vorteile

• Die Aufstellung des Fertighauses erfolgt in wenigen Tagen.
• Durch die passgenaue Vorfertigung der Einzelteile im Werk kommt es selten zu Komplikationen am Aufstellungsort.
• Fertighäuser werden in hoher Stückzahl aus Fertigelementen hergestellt, deshalb sind sie in der Regel günstiger als vergleichbare Massivhäuser.
• Die Fertigstellungsgarantie sichert die Beendigung des Baus auch bei Insolvenz des Anbieters zu.
• Es gibt bei den Finanzen selten böse Überraschungen: Fertighausanbieter arbeiten mit einer zugesicherten Kostentransparenz und einer Fixpreisgarantie bis zu einem gewissen Datum. Dieses ist beim Fertigbau einfacher einzuhalten als bei der Massivbauweise, die länger dauert und stärker an Witterungsbedingungen gebunden ist.

Fertighaus-Nachteile

• Architektur und Grundriss sind vom Fertighausanbieter beschränkt. Bei vielen Anbietern können sich Bauherren aber auch für eine freie Planung entscheiden, diese ist jedoch teurer als die Standardvarianten.
• Der Wiederverkaufswert ist oft schlechter als bei einem Massivbau.
• Die Trittschall-Eigenschaften sind nicht ganz so gut wie bei einem massiven Bau.
• Die verwendeten Materialien können leichter brennen.

Vorteile Massivbau

• Die Planung ist sehr individuell möglich; es lassen sich beinahe alle Wünsche der Bauherren umsetzen.
• Massiv gebaute Wohnhäuser sind langlebig und können problemlos über 100 Jahre bestehen. Daher gelten sie als besonders wertbeständig.
• Die schweren Materialien sorgen für optimale Trittschalldämmung.
• Die massiven Steine brennen nicht so schnell und speichern auch Wärme sehr gut.

Nachteile Massivbau

• Der Bau dauert deutlich länger als beim Fertighaus, man muss mit 8 Monaten Bauzeit rechnen.
• Nach der Fertigstellung braucht der Bau Zeit zur Austrocknung. Fällt diese wichtige Trocknungszeit zu kurz aus, besteht Gefahr für Nässe- und Schimmel-Bildung.
• In der Regel sind Massivhäuser teurer.

Top 3 FAQ „Fertighaus vs. Massivbau“

Bei der Entscheidung für die eine oder die andere Bauweise tauchen immer wieder ähnliche Fragen auf, die vor allem aus den Vorurteilen gegenüber der Bauweise mit Fertigteilen resultieren:

Kann ich ein Fertighaus überhaupt individuell planen?

Früher war ein Fertigbau ein „Haus von der Stange“, die Bauherren waren an die vorgegebenen Grundrissen und Architekturelemente der Haus-Hersteller gebunden. Das ist heute nicht mehr so: Bei vielen Anbieter haben die Bauherren viele Gestaltungsmöglichkeiten und können sogar frei planen. Allerdings sind frei geplante Fertighäuser teurer, als wenn Sie sich für einen Standard-Grundriss des Herstellers, die sogenannten Typenhäuser, entscheiden.

Kann ich an einer Fertighaus-Wand überhaupt etwas aufhängen?

Bei einem Massivhaus bestehen sowohl die Außenwände als auch die Innenwände aus dem gleichen Material. Sie sind massiv und durch den Mörtel fest verbunden. Hier fragt sich keiner, ob man den Fernseher oder ein Regal daran aufhängen kann. Bei den Fertighaus-Wänden, die mit Gipskartonplatten verkleidet sind, taucht diese Frage jedoch immer wieder auf. Diese Wände sind ebenfalls tragfähig und auch mit höherem Gewicht belastbar. Allerdings kommt es zum einen auf die Dicke der Gipskartonplatte an. Zum anderen sollten Sie immer die richtigen Dübel verwenden, die für Hohlräume und die Last, die Sie aufhängen möchten, geeignet sind. Einfache Dübel können Sie in Gipskartonwänden nicht verankern, sie reißen aus. Bei schweren Lasten wie Küchenhängeschränken sollten Sie auf Nummer sicher gehen und diese in den tragenden Holzbalken der Wände verankern.

Fällt ein Fertighaus nicht irgendwann zusammen?

Viele, die diese Frage stellen, haben die Fertighäuser aus den 1970ern noch im Kopf. In Sachen Qualität hat sich hier in den letzten 40 Jahren einiges getan. Da es die „neuen“ Fertighäuser aber noch nicht so lange gibt, kann man tatsächlich aktuell auch nicht genau sagen, wie lange sie halten und ob sie an die Langlebigkeit eines Massivhauses herankommen. Man legt bei der Massivbauweise eine Nutzungsdauer von 100 Jahren zugrunde, die aus zahlreichen Erfahrungswerten resultiert, bei der Fertigbauweise hingegen nur 60 bis 90 Jahre – je nach Ausführung. Fakt ist auf jeden Fall, dass aufgrund der verwendeten Materialien ein massiv gebautes Haus in Sachen Robustheit die Nase vorne hat: Wasserschäden und Feuer können den Steinwänden weniger anhaben als den Holzständerwänden.

Fertig- oder Massivhaus?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, denn in Sachen Energieeffizienz und Gestaltungsmöglichkeiten stehen moderne Fertighäusern der massiven Konkurrenz in nichts mehr nach. Am besten sehen Sie sich sowohl Massiv- als auch Fertighäusern an und informieren sich umfassend bei den bevorzugten Anbietern über Möglichkeiten, Planung und Ablauf. Denn diese Punkte können sehr stark variieren. Als Entscheidungshilfe sollten Sie dann Ihr Budget, Ihre individuelle Situation und Ihre Motivation für den Bau miteinbeziehen. Was bekommen Sie für Ihr Budget bei der Fertigbauweise, was bei der Massivbauweise? Haben Sie Zeit oder möchten Sie schnell Ihr Wohneigentum beziehen? Soll der Neubau als Eigenheim dienen oder ist er eine Geldanlage auch für weitere Generationen? All das sind Fragen, die nur Sie selbst beantworten können, die aber das Für und Wider in jedem Fall stark beeinflussen.


Autor:

Datum: 10.05.2016

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