So nicht! Die größten Einrichtungssünden

Einrichten kann grundsätzlich jeder. Wer aber zu unüberlegt an die Sache herangeht, dem passiert schnell die eine oder andere Interieursünde. Doch mit den wichtigsten Grundregeln können Sie die größten Fallen umgehen.

Wer sich neu einrichtet, will normalerweise, dass es möglichst schnell wohnlich ist. Doch leider passieren den HobbyinnenarchitektInnen immer wieder ein paar der klassischen Fehler, die das Ergebnis nicht ganz so zufriedenstellend werden lassen, wie erhofft. Auf die folgenden fünf Basics sollten Sie achten, wenn ein Tapetenwechsel oder die wohnliche Neuorientierung anstehen:

1. Nicht zu voll stellen

Zugegeben: Es gibt Wohnungen, die sind bis unters Dach vollgestopft mit Krempel von den fünf Kontinenten und 200 Jahren Menschheitsgeschichte – und beim Durchgehen hüpft unser Herz vor Freude, weil es der aufregendste Ort ist, an dem wir je waren. Doch wer kein legendärer Weltenbummler oder Gefahrensucher ist und zu jedem Exponat eine spannende Geschichte zu erzählen weiß, sollte sein Zuhause nicht mit Inventar überlasten. Weniger ist mehr – wirklich. Manchmal fällt das schwer, weil wir an Gegenständen hängen oder denken, dieses und jenes noch zu brauchen oder vielleicht mal brauchen zu können. Aber lieber ein paar hochwertige, richtig gute Sachen als viele mittelmäßige oder minderwertige.

2. Einer gibt den Ton an

Ein weiterer Nachteil des "zu viel von allem": wir wissen überhaupt nicht mehr, worauf wir schauen sollen. Schön, dass Sie es geschafft haben einen französischen Sekretär aus Zeiten Ludwig des 14ten zu ergattern – aber leider geht er zwischen dem gläsernen Flügel und dem lippenförmigen Pop-Art-Sofa irgendwie unter. Geben Sie pro Zimmer einem Gegenstand die Möglichkeit der Star zu sein (bei großen Räumen auch mal zweien). Alle anderen Inventarstücke ordnen sich Level um Level unter. Gegebenenfalls sollte Ihr Star auch den Nutzen des Raumes innehaben. Also ein schönes Bett im Schlafzimmer, ein einladender Tisch im Esszimmer oder ein prägnanter Sessel im Wohnzimmer. Aber das ist kein Muss. Wer ohnehin keine großen Gelage feiert, dem reicht ein kleiner Ecktisch, aber dafür darf das überdimensionale Bild an der Wand atemberaubend sein.

3. Gleich und gleich langweilt gern

Sie lieben Holz und können gar nicht genug davon um sich haben? Sicher, ökologisches Wohnen ist toll, aber es muss ja nicht gleich aussehen, als würden Sie im Astloch einer Eiche wohnen. Setzen Sie lieber ein paar Akzente dagegen – mit Stein oder Glas beispielsweise. Das Gleiche gilt für Farben oder Stile. Alles in Weiß wirkt eher wahnhaft und pathologisch, als hell und freundlich. Brüche sind interessant, schließlich gilt auch im Interieur: Gegensätze ziehen sich an.

Gleich und gleich bezieht sich aber auch auf die Bezugsquelle. Selbst wenn es die großen Möbelkaufhäuser nicht gerne hören – wo es aussieht wie im Katalog, fehlt die Persönlichkeit. Flohmarktfunde oder Erbstücke sind Möbel mit Geschichte, die in Kombination mit Neukäufen Ihre Wohnung enorm bereichern.

4. Nicht alles auf einmal

So wäre es uns am Liebsten: einmal zum Möbelfachgeschäft, einen Laster voll Einrichtung kaufen und fertig ist die Sache. Blöd nur, wenn Sie dann zwei Wochen später im Internet den absoluten Überhammer von 50er-Jahre-Beistelltisch oder Massivholz-Bauernschrank entdecken. Manche Schätzchen brauchen eine Weile, bis sie den Weg zu Ihnen finden. Lassen Sie sich beim Einrichten also Zeit, etwas provisorisches Wohnen gehört für die Anfangszeit dazu.

5. Machen Sie aus Ihrem Zuhause kein Bilderbuch

Es gibt Dinge, die sie als Kind ohne Probleme machen dürfen, vielleicht sogar auch sollten. Bettwäsche mit Minions-Aufdruck oder eine Lilifee-Tapete. Als Erwachsener hingegen wäre es sinnvoll, wenn Sie sich diesbezüglich etwas im Zaum halten. Bilder gehören an die Wände, nicht auf Bettwäsche, Klodeckel oder Tapeten und nur in den allergrößten Ausnahmefällen auf Kissenbezüge. Wenn Ihr halbes Mobiliar Augen hat und Sie anstarrt oder alle Pflanzen bei Ihnen zweidimensional sind, machen Sie schlichtweg etwas falsch.


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Datum: 19.04.2016

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