Photovoltaikanlage - So geht die Nachrüstung

Sie sind Haus- oder Wohnungsbesitzer und überlegen, eine PV-Anlage nachzurüsten? Lesen Sie hier, worauf dabei geachtet werden muss.

Das wichtigste für den Einbau einer Photovoltaikanlage ist der Dachaufbau. Beim nachträglichen Einbau müssen für die Montage meistens die Dachziegel entfernt und für eine sinnvolle Anbringung jedenfalls auch die nötige Fläche vorhanden sein, um eine ausreichende Zahl an Paneelen nebeneinander montieren zu können. Bringt man sie fraktioniert an, ist ein gewisser Energieverlust unvermeidbar, und der Aufbau wird teurer.

Montage auf dem Dach oder der Fassade

Zur effektiven Nutzung der Sonnenstrahlung werden Module und Kollektoren so ausgerichtet, dass die solare Ernte möglichst groß ausfallen kann. Dächer sind meist die am wenigsten verschatteten Gebäudeteile mit großen Flächenausdehnungen, so dass sie sich für die Montage von PV-Anlagen förmlich anbieten. Geeignete Montagesysteme sind sowohl für Schräg- als auch für Flachdächer erhältlich. Selbst gewölbte Dächer können mit Photovoltaik ausgestattet werden, in solchen Fällen kommen gebogene Module mit eingebetteten flexiblen Solarzellen oder PV-Folien zum Einsatz.

Ausrichtung der Anlage

Durch die Montage einer PV-Anlage wird die bestehende Dachkonstruktion mit nur ca. 25 kg/m² zusätzlichem Gewicht belastet. Trotzdem sollte bei größeren Dachneigungen bzw. windexponierten Standorten eine individuelle Prüfung der Dachstatik erfolgen. Die Installation der Solarmodule auf dem Dach ist relativ einfach. Auf Schrägdächern werden die Solarmodule üblicherweise auf eine Unterkonstruktion mit einigen Zentimetern Abstand zum Dach montiert. Werden die Solarmodule schon während der Planungs- bzw. Bauphase in das Dach integriert, dann können Kosten für die Dacheindeckung eingespart werden. Eine optimale Nutzung der Strahlungsenergie ergibt sich auf nach Süden ausgerichteten Dächern mit einer Dachneigung von 45°. Doch auch bei Ausrichtungen von Südost bis Südwest und Neigungen zwischen 10° und 50° werden mindestens 95 Prozent der maximalen Energieausbeute erreicht.

Eingriff in die Elektrik

Die Nachrüstung mit einer Photovoltaikanlage stellt einen bedeutenden Eingriff in die Elektrik des Hauses dar: Neben den Durchführungen von der Anlage zum Schaltschrank wird für die Einspeisung in das Stromnetz ein Wechselrichter benötigt, der den Strom auf 220 Volt umwandelt. Dieser Kasten ist etwa 50x50x15 cm groß, und kann daher nicht komplett verbaut werden. Außerdem darf er weder Regen noch direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein, kann also nicht auf dem Dach oder der Terrasse untergebracht werden. Idealerweise benötigt man also einen eigenen Energieraum.

Kosten

Die Solarmodule, die zusammengesetzt den so genannten Solargenerator bilden, sind der größte Kostenfaktor. Sie liegen dabei zwischen 1,46 und 2,09 Euro pro Watt Peak. Für ein Einfamilienhaus, das 4000 Kilowattstunden Strom pro Jahr benötigt, liegen die Kosten für die Photovoltaik Module demnach etwa zwischen 5.000 und 8.000 Euro. Die Module unterscheiden sich nach Leistungsklassen: Je mehr Leistung, desto teurer. Dementsprechend verwendet man also dann, wenn viel Fläche zur Verfügung steht (z.B. bei einer Anlage im Garten) die leistungsschwächeren und günstigeren Module. Die Preise und Angebote für PV-Anlagen variieren grundsätzlich relativ stark. Komplettpakete - inklusive Speicheranlage - starten bei rund 10.000 Euro.

Für die Montage - sofern sie nicht im Angebot inkludiert ist - muss pro installiertem Kilowatt Peak (kWp) Leistung mit Kosten zwischen 120 und 180 Euro kalkuliert werden.

Selbstverständlich wird die Errichtung von PV-Anlagen staatlich gefördert! Informieren Sie sich unbedingt, ob Sie Anspruch auf eine Förderung haben. Die Bestimmungen variieren in der regel je nach Bundesland. Einen Überblick finden Sie auf der Homepage des Bundesverband Photovoltaic Austria.

Bei der Frage ob eine Photovoltaikanlage Sinn macht, muss in Hinblick auf den Eigenverbrauch und die Einspeisungsvergütung genau gerechnet werden. Wichtig ist dabei der Jahresertrag. Dieser hängt ab von:

  • Lage (logischerweise kann dort, wo öfter die Sonne scheint, auch mehr Strom produziert werden).
  • Gesamtfläche der Anlage
  • Ausrichtung (idealerweise Richtung Süden - Eine Abweichung um 30 Grad kostet bereits 10% Leistung)
  • Dachneigung (ideal ist eine Schräge von 30-33 Grad, bei einer klassischen Dachschräge von 45 Grad verliert man bereits)

Auch bei Neubau sollten diese Faktoren schon bedacht werden, und auch wenn man noch keine PV-Anlage installieren möchte, kann man vorsorgen: In einem eigenen Technikraum kann später einmal der Wechselrichter untergebracht werden, und auch eine Leerverrohrung die zum Dach führt kostet - in Relation zum Hausbau - nicht die Welt.

 

Die erwartete Lebensdauer von Solarmodulen liegt heute bei mehr als 25 Jahren. Allerdings nur bei einwandfreier Montage, die unter anderem gewährleistet, dass keine Schäden an der Haltekonstruktion oder der Elektroinstallation auftreten.

 


Autor:

Datum: 11.06.2015

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