Die junge, vierköpfige Familie Weichselbaumer hat sich im Frühjahr 2011 dazu entschlossen, ihren privaten wie beruflichen Lebensmittelpunkt von Wien ins oberösterreichische Mühlviertel zu verlegen.
Den Überlegungen voran gegangen war unter anderem das elterliche Anwesen von Herrn Weichselbauer zu erweitern - der Altbestand soll mit dem Neubau durch einen Glasgang verbunden werden, weil man Teile des Erdgeschoßes vom Altbau für die Familie weiterhin nützen will. Die Planungsphase ist abgeschlossen, der Bau soll noch heuer realisiert werden.
In der Planungsphase haben sich unterschiedliche Varianten ergeben - "baustoffneutral" - wie die Familie versichert. Doch unterschiedliche Überlegungen zur Bebauung des schmalen Grundstückes, auf dem auf alle Fälle die alten Obstbäume zu erhalten stünden, führten meist zur selben Fragestellung:
"Wie kann der zweigeschossige Neubau in Anbindung mit dem Altbau die optimale, verdichtete und ökologische Lösung bringen und welche Bauform fügt sich in die bereits vorhandene Streusiedlung am besten in das ländliche Umfeld ein?" Und hierbei tauchte Bauen mit Holz immer öfters in den Antworten auf.
Das Grundmotiv wurde angesprochen. Gab es im Vorfeld der Planung stoffliche Tendenzen und was waren grundsätzliche Anforderungen für Sie?
Wir haben im Vorfeld keine Präferenz an den Baustoff gestellt, jedoch gab es bereits positive, familiäre Erfahrungen durch das Holz-Teilfertighaus des Bruders. Grundsätzlich sind aber in die Planung ebenso der Ziegel und andere Baustoffe geflossen. Dennoch waren uns Motive wie kurze Bauzeit, Flexibilität, keine Trocknungszeiten etc. wichtig, aber das hatte sich erst am Ende der Planungsphase mit der Entscheidung auf Holz zu setzen, gezeigt.
Dann haben wir uns öfters auch Seiten von Baupreisen, Architekturwettbewerben oder der Holzbaupreise angesehen und Gusto geholt und da sind eben wirklich schöne Lösungen in u.a. in Holzbauweise dargestellt gewesen, die uns inspirierten.
Wie wichtig waren ökologische Faktoren im Planungsprozess?
Eigentlich sehr! Zum einen stand die gute Kombinierbarkeit mit dem Altbestand im Vordergrund, zum anderen kamen CO2-Neutralität sowie die Lebendigkeit des Baustoffes dazu. Wenn schon ein Eingriff in den Kulturraum, dann so ökologisch wie möglich.
Dazu wurden auch Faktoren wie Regionalität und lokale Wertschöpfung wichtig für uns. Wir haben tolle Holzbaubetriebe in der Nähe, das Know-how ist da und somit wollen wir auch auf lokale Anbieter in der Umsetzung zählen.
Gab es bei den Vergleichen der Planungen im Nachhinein wirtschaftliche Überlegungen, von Holz abzusehen?
Im Grund genommen nicht. Wir haben sehr genau verglichen, aber die kalkulatorischen Mehrkosten gingen in der Letztentscheidung nicht gegen das Holz. Denn Sichtqualität von Holz im Inneren, die Reduktion des Raumes und die optimale Raumausnützung standen letztlich über den Kosten von Alternativplanungen. Und auf die Fläche von 120 m² gerechnet, sind die rechnerischen Mehrkosten des Holzbaus relativ gering geblieben.
Sie haben zwei Kinder - Paul und Antonia. Wurden diese in den Planungsprozess miteinbezogen?
In den Planungsprozess nur marginal, aber natürlich ist auch den Kindern bereits der Bezug zur Lebensumwelt und dem Vollholz als Baumaterial wichtig. Es ist natürlich, heimisch - somit ist ein Bezug herstellbar. Aber den Kindern war es wichtig, sich mit uns über die Raumgestaltung sowie Einrichtung ihrer Räume zu unterhalten. Und da gab es auch starke Standpunkte hinsichtlich des Holzes. Sie werden ja schließlich in diesen Räumen ein lange Zeit verbringen, hier aufwachsen.
Um was geht´s im Leben?
Gegenwärtiges schätzen, Veränderungen anerkennen! Es ist für uns das "Destillat", die Veredelung von dem, was uns geboten wird und was wir haben dürfen.
Danke für das Gespräch und viel Erfolg beim Realisieren des neuen Lebensraumes!