Während Österreich seine Superstars wählt, wurden in Niederösterreich heuer zum zwölften Mal die besten Holzbauten im Land vor den Vorhang geholt. Auch diesmal hatte es die fachkundige Jury nicht leicht, aus den 51 eingereichten Projekten die Besten zu finden. Die Sieger wurden nun von Landeshaupthauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka mit der begehrten Trophäe OIKOS ausgezeichnet.
"Die Beteiligung am heurigen Holzbaupreis zeigt uns das ungebrochen hohe Interesse am Thema Holzbau und bestätigt den erfolgreichen Weg, den das Land Niederösterreich vor über einem Jahrzehnt eingeschlagen hat. Bauen mit Holz ist zum Selbstverständnis geworden und stellt mittlerweile einen unverzichtbaren Teil unserer Baukultur in Niederösterreich dar. Neben der immensen Bedeutung für die Wirtschaft in unserem Bundesland, hat der Einsatz des Baustoffes Holz im Baugeschehen zu einer deutlichen Bewusstseinssteigerung geführt, wenn es um Themen der Energieeffizienz, Nachhaltigkeit, Regionalität, Ökologie sowie Steigerung der Lebensqualität geht.
Bauen und Sanieren sind durch die ständige Weiterentwicklung und den Einsatz intelligenter Lösungen mit Holz zu einem Vorreiterthema geworden. Und gerade deshalb wollen wir in Niederösterreich auch weiterhin diesen "Holzweg" beschreiten und forcieren", so der zuständige Wohnbaulandesrat und Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka.
Im Rahmen einer feierlichen Abendgala am 10. November übergaben Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka; Präsidentin der Wirtschaftskammer Nö BR KommR Sonja Zwazl und der Obmann von proHolz-Niederösterreich, KommR. Franz Schrimpl, im Innovationscenter der Firma BLAHA in Korneuburg den OIKOS an die heurigen Sieger des 12. NÖ Holzbaupreis. Die Anzahl der Einreichungen konnte gegenüber dem Vorjahr wieder gesteigert werden, ebenso bestach die hohe Qualität der Projekte. Deshalb war es für die Jury wieder eine besondere Herausforderung, nach der zweitägigen Jurysitzung samt Exkursion zu den nominierten Objekten, das beste Gebäude aus der jeweiligen Kategorie zu küren.
Erstmals wurde heuer als neuer Bewertungsmodus das überspannende Thema Ingenieursholzbau als Kategorie eingeführt, da in der Vergangenheit immer wieder Objekte zur Wahl standen, deren besondere Herausforderungen durch ingenieurholzmäßige Lösungen sich nur bedingt in der Gesamtbewertung darstellen ließen. Aus diesem Grund konnte mit dem heurigen Bewertungsmodus noch zielgenauer auf Innovationen und besondere Planungs- und Umsetzungsfeinheiten eingegangen und diese bewertet werden. Wesentlich ist auch die heurige CO2-Bilanz: Immerhin konnten durch die eingereichten Projekte rund 6.900 Tonnen Kohlendioxid im Holz gebunden werden.
Ebenso beim Preisgeld von je 2000 Euro haben sich die Auslober heuer darauf geeinigt, dass dieses zur Gänze den BauherrInnen zugesprochen wird, da für die Planer und ausführenden Betrieben sich durch den Gewinn des Holzbaupreises in der Vergangenheit ein enormer Imagegewinn und somit eine hohe Werbeleistung für ihre Betriebe lukreieren ließ. Erwartungsgemäß hoch war auch heuer wieder der Zuspruch zum Publikumspreis. Insgesamt sind 7350 Stimmen für die eingereichten Projekte abgegeben worden und als Sieger ging letztlich das Objekt Einfamilienhaus BERON hervor.
Positive Entwicklungen im Jahr des Waldes
Für den Obmann von proHolz Niederösterreich und initiierenden Mitauslober des Holzbaupreises, Franz Schrimpl, liegt die positive Entwicklung des Holzbaus in Niederösterreich klar auf der Hand. "Wir brauchen die Vorzüge von Holz im Baugeschehen nicht mehr explizit erklären, weil die Entscheidungsträger mittlerweile klar erkannten, wo die Vorteile des Universalbaustoffes Holz liegen und was technisch mit Holz realisierbar ist.
Das heißt für uns, dass wir mit jeden verbauten Kubikmeter unsere heimischen Betriebe stärken, uns ständig durch neue Entwicklungen und Innovationen auszeichnen und durch die enorm positive CO2-Bilanz des Holzes einen wesentlichen Teil zum Klimaschutz beitragen. Entscheidend wird für die holzverarbeitende Branche zukünftig sein, dass wir uns dank der neuen OIB- Richtlinie 2 des Österreichischen Instituts für Bautechnik (OIB) hoffentlich bald auf selber Augenhöhe mit anderen Baustoffen befinden werden. Für den Einsatz von geprüften Holzbauteilen hieße das Werkstoffneutralität. Somit müssten keine Sondergutachten und Zusatzprüfungen für Holz mehr gefordert werden, was letztlich den Wettbewerb für die Branche erleichtert und erhöht".
Dank der positiven und konstanten Entwicklung des Holzbaupreises und dessen Beitrag zum Holzbauland Niederösterreich, verzeichnet die Holzbaubranche einen ebenso konstanten Aufschwung. Seit 2003 kommen pro Jahr knapp 20 Prozent mehr Betrieben dazu und speziell durch die starke, öffentliche Thematisierung mit dem Bau- und Werkstoff Holz im Baugeschehen lassen sich immer mehr junge Planer und Ausführende begeistern, sich zukunftsweisend mit Holz auseinanderzusetzen. Ein nachhaltiger Trend, den es in Niederösterreich auch in Zukunft und unterstützen gilt.